Warum US-Aktien an Boden verlieren
US-Aktien hinken den meisten anderen Märkten hinterher, ein Trend, der sich 2025 abzeichnete und bislang fortsetzt. In diesem Umfeld beginnen viele internationale Investoren, ihre hohen US-Gewichtungen zu hinterfragen.
Ein wesentlicher Treiber dieser Entwicklung ist die Rückkehr von Value-Strategien. Von der globalen Finanzkrise bis 2024 war Value-Investing für viele Anleger vor allem eine Geduldsprobe, doch seit 2025 zeichnet sich eine Trendwende ab, die sich aus heutiger Sicht fortsetzen dürfte. Davon profitieren insbesondere Märkte ausserhalb der USA. Für europäische Investoren verstärkt ein schwächerer US-Dollar diesen Effekt zusätzlich, da er die Renditen ungesicherter US-Anlagen belasten kann.
Manuel Fuchs, Head ETF Distribution, Invesco SchweizUS-Aktien hinken den meisten anderen Märkten hinterher, ein Trend, der sich 2025 abzeichnete und bislang fortsetzt.
Deutschland rüstet auf
Anfängliche Zweifel, ob Deutschland seine Zusagen zu höheren Verteidigungs- und Infrastrukturausgaben einlöst, schwinden. Die inländischen Aufträge für Waffen und Munition steigen deutlich und übertreffen mittlerweile jene an nicht-europäische Anbieter. Davon könnten europäische Rüstungs- und Industrieunternehmen profitieren – auch wenn weiterhin Fragen hinsichtlich der Umsetzungsgeschwindigkeit bestehen.
Aktienanleger knüpfen 2026 an die Entwicklungen des Vorjahres an. Im Januar flossen 18.2 Milliarden US-Dollar in globale Aktienstrategien, 7.8 Milliarden nach Europa und 6.8 Milliarden in Schwellenländer. US-Aktien rangierten mit 4.9 Milliarden US-Dollar an vierter Stelle. Zunehmend gefragt sind zudem breiter diversifizierte Ansätze: Gleichgewichtete Strategien verzeichneten im Januar Zuflüsse von 1.4 Milliarden US-Dollar, nachdem bereits im vierten Quartal 2025 0.5 Milliarden US-Dollar investiert wurden. Auch thematische Strategien bleiben im Fokus. Nach Zuflüssen von 25.1 Milliarden US-Dollar im Gesamtjahr 2025 – mehr als doppelt so viel wie 2024 (2.3 Milliarden US-Dollar) – kamen im Januar weitere 5.6 Milliarden US-Dollar hinzu. Neben Verteidigungsstrategien verzeichneten insbesondere rohstoff- und energiebezogene Themen anhaltendes Anlegerinteresse.