Drei Rüstungsaktien mit Rückenwind
Die jüngsten Spannungen in einer der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt haben Europas Verwundbarkeit im Energiebereich erneut deutlich gemacht. Gleichzeitig unterstreichen sie einen langfristigen Strukturwandel, der die Investitionslandschaft in Europa nachhaltig verändert.
Europa ist zwar nicht der wichtigste Abnehmer des Öls, das die Strasse von Hormus passiert. Dennoch wirken sich Störungen auf den globalen Energiemärkten nahezu unmittelbar auf den Kontinent aus. Energiepreise reagieren, Lieferketten geraten unter Druck und die Risiken einer hohen Abhängigkeit von globalen Energieflüssen treten erneut in den Vordergrund. Die Energieversorgung ist jedoch nur ein Aspekt einer umfassenderen Herausforderung. Ähnliche Verwundbarkeiten bestehen bei Lieferketten, industrieller Produktion, Schlüsseltechnologien und der Sicherheitsinfrastruktur. Europas Abhängigkeit von externen Anbietern für Rohstoffe, Halbleiter und Verteidigungskapazitäten ist in den vergangenen Jahren zunehmend sichtbar geworden. Europa reagiert darauf mit umfangreichen Investitionen. Kapital fliesst verstärkt in Projekte und Unternehmen, die dazu beitragen, strategische Abhängigkeiten zu reduzieren und die wirtschaftliche sowie technologische Widerstandsfähigkeit Europas zu stärken.
René Møller Petersen, Portfolio Manager, Nordea Asset ManagementDas veränderte geopolitische Umfeld führt zu höheren Ausgaben für Verteidigung, Cybersicherheit und Dual-Use-Technologien.
Für Investoren rücken damit Unternehmen in den Fokus, die von diesem Strukturwandel profitieren und Lösungen in den Bereichen Energie, Industrie und Sicherheit bereitstellen. Besonders relevant sind drei Themenfelder: Energie-Resilienz, die Rückverlagerung industrieller Produktion sowie Verteidigung und Cybersicherheit. Mit der steigenden Bedeutung der Energiesicherheit nehmen Investitionen in Elektrifizierung und moderne Stromnetze zu. Gleichzeitig verlagern Unternehmen kritische Wertschöpfungsketten zurück und investieren in moderne Fertigungstechnologien, Automatisierung und Digitalisierung. Das veränderte geopolitische Umfeld führt zudem zu höheren Ausgaben für Verteidigung, Cybersicherheit und Dual-Use-Technologien.
Wie sich dieser Wandel in einzelnen Unternehmen widerspiegelt, zeigen die folgenden Beispiele:
- Hensoldt AG ist ein deutsches Verteidigungsunternehmen, das Komponenten für Waffensysteme, Radarsysteme, elektronische Aufklärungs- und Optronsysteme liefert. Man könnte sagen, dass Hensoldt den modernen Streitkräften die Augen und Ohren liefert. Es ist ein wichtiger Zulieferer für Programme wie den Eurofighter Typhoon und hat eine wichtige Rolle bei der Ausweitung moderner Luftverteidigungs- und Überwachungssysteme in Europa gespielt.
- Invisio ist ein schwedisches Small-Cap-Unternehmen, das fortschrittliche integrierte Kommunikationssysteme entwickelt, die speziell für den Einsatz in extremen Umgebungen und kritischen Missionen spezialisiert sind.
- Theon ist ein griechisches Midcap-Unternehmen und weltweit führend in der Entwicklung und Herstellung von Nachtsicht- und Wärmebildsystemen für Verteidigungs- und Sicherheitsanwendungen.
Europas Transformation ist bereits im Gang. Mit den Investitionen in Energie, Industrie und Sicherheit entsteht ein langfristiger Strukturwandel, der die europäische Wirtschaft und die Kapitalmärkte in den kommenden Jahren prägen dürfte.