Gemeinsame Erklärung der G20 erhöht die Erwartungen an die COP-26 UN-Klimakonferenz in Glasgow
Die gemeinsame Erklärung der G20 Nationen umfasst 61 Punkte auf 20 Seiten. Sie umfassen die brennendsten internationalen Herausforderungen. Die Klimaziele werden in den Statements 21 bis 29 kommentiert, dabei fällt auf, dass das Datum des Jahres 2050 für eine globale Netto-Null Treibhausgas Emission nicht zu finden ist. Offenbar waren insbesondere Russland und China hier nicht bereit, dieses strategische Ziel explizit mit einer Jahreszahl zu verknüpfen.
Die G20 Nationen sind gemeinsam für etwa 80% der heutigen Treibhausgas Emissionen verantwortlich, somit ist die Festlegung glaubwürdiger und verbindlicher nationaler Reduktionsziele für diese Länder eine Messlatte für den Erfolg der laufenden COP-26 Klimakonferenz in Glasgow. Immerhin wird erwartet, dass viele Länder ihre freiwilligen Reduktionsziele (NDCs) im Rahmen des Pariser Klimagipfels nochmals verschärfen werden. Inwiefern aber verbindliche Pläne beschlossen werden können, ist aber derzeit fraglich.
Gemeinsam sind die USA und China sind für fast die Hälfte der globalen Treibhausgas Emissionen verantwortlich. Als die zwei grössten Volkswirtschaften der Welt könnten sie in Glasgow entscheidende Signale setzen. Ob die zunehmende strategische Rivalität beider Länder, dennoch einen Erfolg beim Klimaschutz zulassen wird, ist eine der Kernfragen an der COP-26.
Sandro Merino, Chief Investment Officer, Bank ClerEs fällt auf, dass in der gemeinsamen Erklärung zum Abschluss des G20-Gipfels das Datum des Jahres 2050 für eine globale Netto-Null Treibhausgas Emission nicht zu finden ist.
Eine weitere zentrale Frage ist der Umgang mit dem Energieträger Kohle. Etwa ein Drittel der globalen derzeitigen jährlichen Treibhausgas Emissionen entstehen durch die Verbrennung von Kohle. China allein ist für die Hälfte der Emissionen aus Kohle verantwortlich. Soll die COP-26 Klimakonferenz als Erfolg in die Geschichte eingehen, dann müsste ein global verbindlicher Totalausstieg aus Kohle über die kommenden 10 bis 15 Jahren beschlossen werden. Immerhin wurde am G20 Treffen schon das Ende der Exportfinanzierung für Kohlekraftwerke in Aussicht gestellt.
Verfehlt man dieses Ziel für Kohle, dann ist eine Beschränkung der Erderwärmung auf 1.5 Grad kaum mehr glaubwürdig. Der Anstieg der Erderwärmung im Vergleich zur Periode 1850 bis 1900 von aktuell 1.1 Grad auf 1.5 Grad wäre dann in etwa ein bis zwei Jahrzehnten Wirklichkeit. In Glasgow könnten somit entscheidende Weichen für den Klimaschutz und die Zukunft der Menschheit als Ganzes gestellt werden.