Klima-Allianz Schweiz: «Die Schweizer Bevölkerung will Klimaverantwortung übernehmen.»

Ein erster Schritt für eine verantwortungsvolle und ambitionierte Klimapolitik in der Schweiz sei mit dem Ja zum Klimaschutz-Gesetz vollbracht. Nun müsse das Gesetz rasch in Kraft treten, lässt sich die Klima-Allianz Schweiz verlauten. Der Handlungsbedarf bleibe enorm: Als reiches Land müsse die Schweiz mehr Verantwortung übernehmen, ihre Ambitionen erhöhen und konkrete Massnahmen ergreifen. Vor den nationalen Wahlen im Herbst fordern die Verantwortlichen von der Politik Klimagerechtigkeit.

«Das Ja zum Klimaschutz-Gesetz ist nur ein erster Schritt für eine verantwortungsvolle Klimapolitik in der Schweiz», sagt Christian Lüthi, Geschäftsleiter der Klima-Allianz Schweiz. «Die im Gesetz festgelegten Reduktionsziele der eigenen Emissionen entsprechen noch lange nicht einem fairen Beitrag der Schweiz zum Klimaschutz», erklärt Stefan Salzmann, Co-Präsident der Klima-Allianz Schweiz, und ergänzt: «Es sind die in Armut lebenden Menschen weltweit, die am meisten unter der Klimaerhitzung leiden, obschon sie diese nicht verursacht haben. Die Schweiz steht in der Pflicht, ihre Ambitionen weiter zu erhöhen, denn unser klimagerechtes Emissionsbudget ist bereits aufgebraucht».

Die im Gesetz festgelegten Reduktionsziele der eigenen Emissionen entsprechen noch lange nicht einem fairen Beitrag der Schweiz zum Klimaschutz.

Stefan Salzmann, Co-Präsident der Klima-Allianz Schweiz

Die Abhängigkeit von fossilen Energien aus dem Ausland werde mit dem Gesetz 2050 ein Ende haben. Jetzt gelte es, diesen Prozess mit konkreten Massnahmen zu unterlegen und gleichzeitig zu beschleunigen. Dafür sei politischer Wille im Parlament wichtig, sagen die Verantwortlichen der Klima-Allianz Schweiz. Das Klimaschutz-Gesetz müsse schnell in Kraft treten und die laufende Revision des CO2-Gesetzes müsse auf die vorgegebenen Absenkpfade angepasst werden. Die aktuelle Vorlage würde diese Ziele bei weitem verfehlen.

Klimademo im Herbst
Die Schweizer Klimapolitik solle der Dringlichkeit der Klimakrise endlich gerecht werden. Deshalb ruft die Klima-Allianz Schweiz am 30. September 2023 – drei Wochen vor den Wahlen – zur nationalen Klimademo auf dem Bundesplatz auf und fordert, dass die grössten Verursacher der Klimakrise ihre Verantwortung wahrnehmen und dass nach dem Stimmvolk auch die Politik dem Klimaschutz endlich Priorität gibt. «Nach dem Ja zum Klimaschutz-Gesetz ist der Weg noch weit», betont Lena Bühler, Co-Projektverantwortliche für die Klimademo bei der Klima-Allianz. Die katastrophalen Auswirkungen der Klimakrise seien immer deutlicher sichtbar und das Klimaschutz-Gesetz allein würde nicht ausreichen, um diese in den Griff zu kriegen. Die fortschreitende Klimakrise erfordere jetzt weiter schnelles und effektives Handeln, damit die Schweiz ihren Beitrag zur Abwendung gefährlicher Klimaerhitzung leistet und ihre Verpflichtungen des Pariser Klimaabkommens erfüllen könne. «Wir müssen deshalb Schweizer Banken, klimazerstörerische Grosskonzerne und andere grosse Emittenten dazu bringen, effektive Klimaschutzmassnahmen zu ergreifen» meint Bühler.

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