Window Dressing: Wie Fondsmanager ihr Depot aufhübschen
Einige Fondsmanager trennen sich zum Jahresende systematisch von schlecht laufenden Papieren und ersetzen sie durch Kursraketen. Der Nutzen dieses Window-Dressings ist jedoch zweifelhaft.
In der Vorweihnachtszeit werden so manche Fondsmanager von einem auffallenden Aktionismus getrieben: Ähnlich wie Händler, die ihre Schaufenster dann besonders prachtvoll ausstatten, hübschen sie ihre Portfolios auf: Sie trennen sich systematisch von Wertpapieren, mit denen sie in diesem Jahr Verluste erlitten haben und ersetzen sie durch Papiere, die in aller Munde sind, weil sie zuletzt an der Börse kräftige Gewinne erzielt haben.
Mit diesen – durchaus legalen – Operationen wollen die Fondshäuser ihre Kunden beeindrucken: Wenn diese später die Jahresbilanz lesen, wird ihnen suggeriert, dass die Experten, denen sie ihr Vermögen anvertraut haben, im vergangenen Jahr gute Arbeit geleistet haben und sprichwörtlich auf die richtigen Pferde gesetzt haben. Damit soll also der Eindruck vermieden werden, man habe einen Trend verpasst.
Jan Simon, Anlageexperte VZ VermögensZentrumDer Nutzen dieser Bilanzakrobatik ist zweifelhaft: Denn faktisch kaschiert der Fondsmanager damit nur seine Fehlleistungen, bessert aber sein Ergebnis nicht im Geringsten auf.
Doch der Nutzen dieser Bilanzakrobatik für die Kunden ist zweifelhaft: Denn faktisch kaschiert der Fondsmanager damit nur seine Fehlleistungen, bessert aber sein Ergebnis nicht im Geringsten auf. Die Underperformer werden ja erst verkauft, wenn die Verluste schon entstanden sind, und die Erfolgs-Wertpapiere werden erst gekauft, wenn sie schon kräftig im Preis gestiegen sind. Gut möglich, dass sich die Strategie im Folgejahr als richtig erweist, wenn der Trend anhält. Ebenso besteht aber auch die Gefahr, dass der Trend dreht und sich die Umschichtung als Fehlentscheidung herausstellt.
Mit ETF kann Anlegern das nicht passieren
Sinnvoller und langfristig erfolgversprechend sind andere Strategien bei der Geldanlage. Wer zum Beispiel überwiegend auf börsengehandelte Indexfonds (sogenannte ETF setzt), der spart zum einen Gebühren, denn ETF sind besonders kostengünstig. Zum anderen sind ETF an die Indizes gekoppelt, die sie abbilden, also zum Beispiel an den SMI oder an den MSCI World. ETF werden also nicht aktiv gemanagt. Deshalb ist es mit ihnen auch nicht möglich, Window Dressing zu betreiben. Selbstverständlich gibt es auch bei ETF Verlustrisiken: Wenn es an den Märkten generell abwärts geht, können sich die ETFs davon nicht entkoppeln. Bei ihnen ist aber gewährleistet, dass keine Verluste durch falsche Management-Entscheidungen entstehen.