Die Anzahl der Megastädte wird sich fast verdreifachen

Die Urbanisierung nimmt rasant zu. Bis 2035 wird sich die Anzahl der Megastädte fast verdreifachen. Das steigert den Bedarf an nachhaltigem Wohnraum und innovativer Infrastruktur. Insbesondere Asien und Afrika werden den Trend zu Megastädten und neuen Wohnlösungen vorantreiben. Investoren können von diesem Trend profitieren.

Im Jahr 2000 gab es 46 Städte mit über fünf Millionen Einwohnern, die 9,1 Prozent der Weltbevölkerung ausmachten. Bis 2035 wird die Zahl dieser Megastädte auf 121 ansteigen, wobei die Gesamtbevölkerung in den Megastädten dann eine Milliarde überschreiten wird. Heute leben etwa 60 Prozent der Menschen in städtischen Gebieten. Dieser Anteil wird bis 2050 auf voraussichtlich knapp 70 Prozent steigen.

Die wachsende städtische Bevölkerung wird die Nachfrage nach hochwertigem Wohnraum, landwirtschaftlichen Flächen und digitaler Infrastruktur erhöhen, während gleichzeitig der Bedarf an erneuerbaren Energien und kohlenstoffarmen Lösungen wächst.

Abigail Dean, Head of Strategic Insights, Nuveen Real Assets

Mehr als die Hälfte dieser Megastädte befindet sich in Asien, mit einer prognostizierten Gesamtbevölkerung von 817 Millionen bis 2035. Afrika wird voraussichtlich den grössten Zuwachs an Stadtbevölkerung verzeichnen: von nur drei Städten mit über fünf Millionen Einwohnern im Jahr 2000 auf 24 bis 2035.

Wachsender Bedarf an Immobilien
Eine wachsende und zunehmend urbanisierte Bevölkerung, insbesondere in Asien und Afrika, dürfte zu einem explosionsartigen Anstieg des Konsums führen. Die zunehmende Bevölkerungsdichte und ein steigendes Einkommen wird zur Errichtung unzähliger Einzelhandelsflächen führen. Auch vielfältigere und hochwertigere Wohnmöglichkeiten werden benötigt. Die meisten reifen Märkte stehen vor einer Wohnungskrise mit geringem Bestand und steigenden Immobilienpreisen. Das wiederum bietet Chancen für Investoren. Eine dichtere, effizientere städtische Wohnbebauung kann dazu beitragen, das Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage zu verringern und die Lebenshaltungskosten zu senken. Mit steigendem Bildungsanteil in der Bevölkerung wird zudem ein bedeutender Teil der Arbeitnehmer in den Dienstleistungssektor ziehen, wodurch die Nachfrage an dekarbonisierten, sanierten Büroflächen steigen wird.

Investments in Infrastruktur
Auch der Datenbedarf der städtischen Bevölkerung wird mit der Urbanisierung weiter zunehmen, was wiederum die digitale Infrastruktur wie die Glasfaser, vorantreiben wird. Intelligente Netztechnologien sind für den Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft unerlässlich. So werden die zunehmend elektrifizierten Lebensstile die Kapazität und Leistung der Infrastruktur unter Druck bringen. Städte verbrauchen 78 Prozent der weltweiten Energie und verursachen 60 Prozent der Treibhausgasemissionen. Mit der Urbanisierung wird der Energiebedarf weiter steigen. Das macht den Einsatz von Solar- und Windenergie sowie Wasserstoff notwendig – und im Vergleich zu Stromerzeugern aus fossilen Brennstoffen immer wettbewerbsfähiger. Die Technologien zur CO2-freien Gestaltung von Städten sind grösstenteils vorhanden und müssen nur umgesetzt werden. Regierungen sollten Massnahmen ergreifen, um Investitionen in diese Technologien zu fördern und Investoren attraktive Renditen für den Aufbau einer kohlenstoffarmen Infrastruktur zu bieten.

Landwirtschaftliche Flächen steigen im Wert
Die Ausbreitung der Städte führt in vielen Teilen der Welt häufig zum Verlust von Ackerland. So haben die USA zwischen 2017 und 2022 über 5,67 Millionen Hektar, fast vier Prozent, ihrer landwirtschaftlichen Flächen verloren. Dabei hat der Verlust von Ackerland globale Auswirkungen auf die Wirtschaft und Umweltsysteme. Dieser erhöht die Nachfrage nach produktiver Nutzung, was langfristig die Werte von Ackerland steigen lässt und Investitionspotenzial bietet. Auch Investments in Naturkapital, das alle natürlichen Ressourcen zur wirtschaftlichen Wertschöpfung umfasst, werden Chancen bieten. So gehören der Neubau und die Modernisierung von Wohngebäuden zu den wichtigsten Endverbrauchermärkten für eine Vielzahl von Holzprodukten, einer Form von Naturkapital. Durch den Ersatz kohlenstoffintensiver Materialien in Gebäuden durch Holz können die Emissionen aus dem Bausektor, der derzeit etwa 40 Prozent der jährlichen globalen Treibhausgasemissionen verursacht, erheblich reduziert werden. Investitionen in Waldgebiete können daher für Investoren mit Klima- oder Portfolio-Dekarbonisierungszielen einen Mehrwert bieten.

Die wachsende städtische Bevölkerung wird die Nachfrage nach hochwertigem Wohnraum, landwirtschaftlichen Flächen und digitaler Infrastruktur erhöhen, während gleichzeitig der Bedarf an erneuerbaren Energien und kohlenstoffarmen Lösungen wächst. Die Urbanisierung bringt, insbesondere in Asien und Afrika, sowohl Herausforderungen als auch Chancen für Investitionen in Immobilien, Infrastruktur und Naturkapital mit sich.

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