Unternehmer blicken optimistisch auf die kommenden zwölf Monate
Die UBS hat ihren ersten «Global Entrepreneur Report» veröffentlicht. Zugrunde liegt eine Umfrage unter 156 UBS-Unternehmerkunden und Netzwerkmitgliedern aus verschiedensten Branchen, die zusammen einen Jahresumsatz von rund 19,1 Milliarden US-Dollar erzielen. Der Bericht gibt Einblick in zentrale Trends und Erwartungen von Unternehmern hinsichtlich zukünftiger Investitionen, Einstellungsplänen und künstlicher Intelligenz (KI) sowie ihrer Bedenken und Einschätzungen zu Entwicklungen in ihrer Branche.
Die UBS hat heute ihren ersten «Global Entrepreneur Report» veröffentlicht, der auf einer Umfrage unter 156 UBS-Unternehmerkunden und Netzwerkmitgliedern aus einer Vielzahl von Wirtschaftssektoren basiert. Zusammen erwirtschaften diese Unternehmen einen Jahresumsatz von rund 19,1 Milliarden US-Dollar – im Schnitt 123 Millionen US-Dollar pro Unternehmen. Befragte aus 26 Märkten beteiligten sich an der Umfrage, die vom 26. September bis zum 30. November 2024 online durchgeführt wurde. Die Ergebnisse wurden durch kurze vertiefende Interviews zu Themen wie künstlicher Intelligenz, privater Vermögensverwaltung und Einstellungsplänen ergänzt. «Es ist von entscheidender Bedeutung, zu verstehen, wie führende Unternehmer über die Zukunft denken und sich auf diese vorbereiten – insbesondere in einem Jahrzehnt, das sowohl durch wirtschaftliches Wachstum und technologische Durchbrüche als auch durch eine globale Pandemie und geopolitische Konflikte geprägt ist», sagt Benjamin Cavalli, Head of Strategic Clients bei der UBS. «Die UBS ist als führender globaler Vermögensverwalter anerkannt. Weniger bekannt ist jedoch, dass Tausende unserer Kunden Unternehmer sind oder aus Unternehmerfamilien stammen – viele von ihnen über Generationen hinweg.»
Blick in die Zukunft
Der Blickwinkel von Unternehmern liefert wertvolle Aussagen zum Zustand der Wirtschaft und den Treibern des Wandels. Insgesamt blicken sie optimistisch auf die kommenden zwölf Monate: 61% der Befragten geben an, sehr oder eher zuversichtlich zu sein, während knapp ein Fünftel (17%) eine eher pessimistische Haltung einnehmen. Besonders optimistisch zeigen sich Unternehmer in Amerika (einschliesslich Nord- und Südamerika). Branchenübergreifend zeigen sich vor allem Unternehmer aus den Bereichen Technologie, Gesundheitswesen und Industrie zuversichtlich, während in den Sektoren Verbrauchs- und Grundbedarfsgüter Zurückhaltung herrscht.
Benjamin Cavalli, Head of Strategic Clients, UBSEs ist von entscheidender Bedeutung, zu verstehen, wie führende Unternehmer über die Zukunft denken und sich auf diese vorbereiten.
Mit Blick auf die Zukunft gehen die befragten Unternehmer von steigenden Investitionen aus. 51% erwarten, dass die Unternehmen ihrer Branchen innerhalb der nächsten zwölf Monate eine leichte oder deutliche Erhöhung ihrer Investitionen planen. In einem Fünf-Jahres-Horizont steigt dieser Anteil laut Umfrage sogar auf 86%. Weltweit erwarten Unternehmer dem Bericht zufolge vor allem Investitionen in Personal und Akquisitionen. Laut dem Bericht gehen 54% davon aus, dass Unternehmer ihrer Branche in den kommenden zwölf Monaten in Personal investieren werden – sei es durch Neueinstellung, Anreizprogramme oder Schulungen. Gleichzeitig erwarten 53% eine Zunahme von strategischen Akquisitionen oder Partnerschaften. Fast die Hälfte (47%) der befragten Unternehmer rechnet mit erhöhten Ausgaben in IT und/oder digitale Transformation, während 45% ein verstärktes Engagement in KI-Infrastruktur, -Anwendungen und / oder -Modelle erwarten. In Amerika werden die grössten Personalinvestitionen erwartet, während strategische Akquisitionen und Partnerschaften laut Bericht in Europa Priorität haben. Im asiatisch-pazifischen Raum wiederum gelten Investitionen in strategische Akquisitionen und Partnerschaften sowie Investitionen in KI-Infrastruktur, Anwendungen und/oder -Modelle als wichtiger als der Personalaufbau. In den nächsten zwölf Monaten erwarten mehr als vier von zehn (44%) Unternehmern, dass Unternehmen ihrer Branchen ihre Belegschaft deutlich oder leicht vergrössern werden. Für die kommenden fünf Jahre steigt dieser Prozentsatz auf mehr als zwei Drittel (68%). Besonders ausgeprägt sind diese Erwartungen bei Unternehmern in Amerika sowie der Schweiz, während weltweit nur wenige Unternehmer mit einem signifikanten Personalabbau über zwölf Monate oder fünf Jahre rechnen. Mehr als die Hälfte (52%) der befragten Unternehmer gibt zudem an, dass ihre Branchen mit Einstellungsproblemen konfrontiert sind. Fast ebenso viele (45%) bestätigen, dass eine höhere Vergütung bzw. Anreize erforderlich waren, um Mitarbeiter zu halten. Die grössten Herausforderungen bei der Personalgewinnung treten in Amerika und Europa auf, während die Lage im asiatisch-pazifischen Raum weniger angespannt scheint.
Künstliche Intelligenz
Beim Thema KI sehen Unternehmer grosses Potenzial. Fast zwei Drittel (62%) betrachten KI als die Technologie mit den grössten wirtschaftlichen Chancen für ihre Branche. Besonders hoch sind die Erwartungen im Technologie- und Gesundheitssektor, während Industrieunternehmer zurückhaltender sind. Mehr als zwei Drittel (67%) erwarten, dass KI die Produktivität in ihren Branchen in den nächsten fünf Jahren spürbar steigern wird. Bei den kurzfristigen Risiken über die nächsten zwölf Monate steht politische Instabilität und Unsicherheit mit 53% an erster Stelle, gefolgt von steigenden Steuern (42%) und geopolitischen Konflikten (41%). Mit Blick auf die kommenden fünf Jahre sorgen sich Unternehmer am meisten über höhere Steuern – 46% sehen sie als grösste potenzielle Belastung für ihre Branche, gefolgt von politischen und geopolitischen Unsicherheiten. Wenn es um unternehmensspezifische Herausforderungen geht, haben Unternehmer eine Vielzahl von Sorgen. Für 46% der Befragten sind regulatorische Änderungen und / oder steigende Compliance-Anforderungen in den nächsten zwölf Monaten die grösste Sorge. Auch Cybersicherheitsrisiken gewinnen an Bedeutung – insbesondere in den Technologie- und Gesundheitsbranchen, wo 35% der Unternehmer sie als zentrale Herausforderung betrachten. Langfristig streben Unternehmer eine stärkere Balance zwischen persönlichen Interessen, Geschäft und Investitionen an. Mehr als die Hälfte (52%) gibt an, mehr Zeit für Reisen, Hobbys und die Familie aufbringen zu wollen, während fast ebenso viele planen, in verschiedene Anlageklassen (49%) oder in andere Unternehmen (z.B. Private Equity oder Angel Investing) zu investieren (47%), so der Bericht.
Von den 156 befragten Unternehmern waren 38% in den USA und Lateinamerika ansässig, gefolgt von 21% in Europa und im asiatisch-pazifischen Raum und 19% in der Schweiz. Drei Befragte kamen aus anderen Regionen.