Die SNB enteignet das Sparkonto

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) macht Sparern derzeit wenig Hoffnung. Der Leitzins verharrt bei null Prozent und wird sich voraussichtlich bis Ende 2026 kaum bewegen. Selbst wenn eine Veränderung einträte, halten Experten negative Zinsen für wahrscheinlicher als steigende. Für alle, die ihr Vermögen traditionell auf dem Sparkonto parken, wirkt das ernüchternd. Was früher als sicherer Hafen galt, verliert heute Jahr für Jahr real an Wert.

Die Realität auf Schweizer Sparkonten ist trist: Zinsen nahe null und eine Inflationsrate, die die Kaufkraft schleichend sinken lässt. Das Ersparte verliert an Wert. Damit liefert die SNB unbeabsichtigt einen der wichtigsten Anstösse für den finanziellen Neustart zum Jahresbeginn: Nur wer aktiv wird und sein Geld bewusst investiert, kann sein Vermögen vor weiterem Wertverlust schützen.

Die Realität auf Schweizer Sparkonten ist trist: Zinsen nahe null und eine Inflationsrate, die die Kaufkraft schleichend sinken lässt.

Erik Schafhauser, Relationship Manager, Saxo Bank

Wie gross die Unterschiede sein können, zeigt ein einfaches Rechenbeispiel. Wer über zehn Jahre hinweg monatlich 100 Franken spart, zahlt insgesamt 12'000 Franken ein. Bleibt das Geld auf dem klassischen Sparkonto und wird zu optimistischen 0,5% verzinst, steigt das Kapital nach zehn Jahren lediglich auf 12'302 Franken. Der Gewinn beträgt damit gerade einmal 302 Franken. Bei der selben monatlichen Investition in den SMI-Index ergibt sich dagegen ein Endkapital von 17'340 Franken inklusive Dividenden und damit ein Gewinn von 5'340 Franken. Noch deutlicher fällt das Ergebnis beim S&P 500 aus. Unter Einbezug von Dividenden und einer Währungsabsicherung erreicht das Endkapital 22'180 Franken, was einem Gewinn von 10'180 Franken entspricht. Das investierte Kapital nähert sich damit einer Verdopplung. Diese Gegenüberstellung zeigt, wie stark langfristiges Investieren in breite Aktienindizes belohnen kann, während das klassische Sparkonto praktisch stagniert.

ETF-Sparpläne als clevere Alternative
Gerade in diesem Umfeld bieten ETF-Sparpläne eine einfache und effiziente Möglichkeit, regelmässig und diszipliniert zu investieren. Nach einmaliger Einrichtung erfolgt die monatliche Investition automatisiert, was den Druck nimmt, Märkte beobachten oder den richtigen Zeitpunkt finden zu müssen. Durch die regelmässigen Käufe entsteht der Cost-Average-Effekt, der in volatilen Phasen für günstige Einstiegsniveaus sorgt und langfristig den durchschnittlichen Kaufpreis senken kann. Hinzu kommt, dass ETF-Sparpläne niedrige Kostenstrukturen aufweisen. Ausgabeaufschläge sind kaum relevant und die laufenden Gebühren gering, sodass die erzielte Rendite weitgehend beim Anleger bleibt. Auch die Flexibilität ist hoch, denn Höhe und Dauer der Beiträge lassen sich jederzeit anpassen oder pausieren, ohne dass Zusatzkosten entstehen. Für Schweizer Anlegerinnen und Anleger spielen zudem Währungsrisiken eine Rolle. Gerade beim S&P 500 stehen CHF-gesicherte Varianten zur Verfügung, die Wechselkursschwankungen abfedern. Und selbst die steuerliche Behandlung ist unkompliziert, da die gängigen Plattformen übersichtliche Unterlagen bereitstellen und Ausschüttungen korrekt verbuchen.

Fazit: Die SNB zwingt zum Umdenken
Die geldpolitische Lage ist eindeutig und sie wird Sparer auch in den kommenden Jahren begleiten. Wer finanziell erfolgreich bleiben möchte, kommt nicht darum herum, neue Wege beim Vermögensaufbau zu gehen. ETF-Sparpläne sind kein komplexes Instrument, sondern eine einfache und zugleich professionelle Möglichkeit, langfristig am Kapitalmarkt zu partizipieren. Damit werden finanzielle Vorsätze nicht nur greifbar, sondern entwickeln auch das Potenzial, sich nachhaltig auszuzahlen.

Hauptbildnachweis: SNB