Uranpreise schnellen in die Höhe
Die Zunahme der Versorgungsrisiken hat dazu geführt, dass die Preise für Uran dramatisch angestiegen sind. Gleichzeitig setzen viele Länder auf den Ausbau der Kernkraft. In dieser energiepolitischen Landschaft werden Unternehmen im Uranbergbau sowie Hersteller von Nuklearkomponenten für Anleger interessant.
Ohne Kernenergie, die Strom mit geringem CO2-Fussabdruck erzeugt, wird die Energiewende kaum zu bewältigen sein. Um die Versorgung mit Energie sicherzustellen, investieren China, Indien, Japan, Europa und die USA massiv in den Ausbau der Kernkraft. Mitte dieses Jahres waren weltweit 436 Reaktoren in Betrieb, die für rund 10 Prozent der weltweiten Stromerzeugung verantwortlich sind. 59 Reaktoren befanden sich zum selben Zeitpunkt im Bau. China plant in den nächsten 15 Jahren Investitionen von 440 Milliarden US-Dollar in Kernreaktoren. Das Ziel: Bis 2035 soll das bevölkerungsreichste Land der Welt 200 Gigawatt Strom mit Kernenergie erzeugen.
Roberta Caselli, Commodities Research Analyst, Global XChina plant in den nächsten 15 Jahren Investitionen von 440 Milliarden US-Dollar in Kernreaktoren.
Tatsache ist: Die Nachfrage nach Uran wird in den kommenden Jahren zunehmen. Doch geopolitische Spannungen haben die Energiemärkte in jüngster Zeit aufgewühlt. Obwohl die Investitionen in die Uranexploration im vergangenen Jahr um 60 Prozent gestiegen sind, haben viele Bergwerke ihre Produktion in den letzten Jahren reduziert.
Plus 47 Prozent in 2023
In der Folge sind die Uranpreise seit Jahresbeginn um 47 Prozent gestiegen. Unternehmen im Bereich Uranbergbau, aber auch Zulieferer sowie Hersteller von Komponenten für Kernkraftwerke profitieren davon. Die Treiber dieses Preisanstiegs sind vielfältig. Der weltweit grösste Produzent, Cameco (Kanada), prognostiziert eine um acht Prozent geringere Produktion in diesem Jahr. Dies aufgrund betrieblicher Änderungen, Fachkräftemangel und Lieferschwierigkeiten. Betroffen davon sind die Uran-Minen Cigar Lake und McArthur River sowie die Mühle Key Lake. Hinzukommen als Treiber die Aktivitäten physischer Uranfonds und der Staatsstreich in Niger, einem bedeutenden Uran-Lieferanten für die EU. Die Ereignisse in Afrika verstärken die Sorge um die Versorgung. Etwa ein Viertel des in Europa erzeugten Stroms stammt aus Kernenergie. Besonders Frankreich ist stark von Lieferungen aus dem Niger abhängig. Kurzfristig könnten die weltweiten Reserven ausreichen, den Uranbedarf der EU zu decken. Doch Niger könnte beginnen, in andere Länder zu exportieren. Russland ist zwar mit einem globalen Marktanteil von 35 Prozent der wichtigste Anbieter von Urananreicherung, liefert jedoch nur gerade fünf Prozent des weltweiten Uranangebots. Das Metall Uran findet sich vielenorts auf der Welt, doch Kanada, Australien, Kasachstan und Namibia sind heute die grössten Produzenten. Die gegenwärtigen Uran-Preise bieten noch wenig Anreiz für Produktionssteigerungen, und es könnte zwei bis drei Jahre dauern, bis die Minen in grossem Massstab produzieren können. Dies dürfte zu weiteren Preisanstiegen führen.
Cameco ist unterbewertet
Trotz der niedrigeren Produktionsprognose steht das kanadische sUnternehmen Cameco an der Spitze des Wandels in der Uranindustrie. Das Unternehmen produziert 12 Prozent des weltweiten Urans und hat trotz der geringeren Prognose eine positive Kursentwicklung verzeichnet. Der Aktienkurs von Cameco hat sich seit der Ankündigung positiv entwickelt. Dies, aufgrund seiner Marktposition. Das Unternehmen ist derzeit unterbewertet und hat das Potenzial, einen höheren Marktwert zu erreichen. Das geschätzte Kurs-Gewinn-Verhältnis für das nächste Geschäftsjahr liegt 42 Prozent unter dem aktuellen, da ein Gewinnwachstum prognostiziert wird. Die gegenwärtigen Uran-Preise bieten noch wenig Anreiz für Produktionssteigerungen, und es könnte zwei bis drei Jahre dauern, bis die Minen in grossem Massstab produzieren können. Dies dürfte zu weiteren Preisanstiegen führen.
So können Anleger am Markt partizipieren
Um die Dekarbonisierung und die Stromversorgung sicherzustellen, ist Kernenergie unerlässlich. Die demnach steigende Nachfrage nach Uran dürfte den Preis für den Rohstoff hochhalten. Ein diversifizierter Ansatz bei Investitionen, sowohl in Länder als auch in Unternehmen, ist jedoch erforderlich, um die Welt mit Uran zu versorgen. Für Anleger, die in den Uransektor einsteigen möchten, bieten sich verschiedene Strategien an. Der Kauf von Aktien von Unternehmen, die Uranminen betreiben, ist eine Lösung: Doch trotz den vielversprechenden Perspektiven ist Vorsicht geboten, da der Uranmarkt trotz seiner Nischenattraktivität nicht ohne Unwägbarkeiten ist. Gründliche Recherche und eine sorgfältige Risikoabwägung bleiben unabdingbar für Investoren, die im Uran-Markt Fuss fassen wollen. Zur Diversifizierung des Risikos empfiehlt es sich, in einen der zahlreichen börsengehandelten Fonds einzusteigen.