Durchbruch bei der Krebsbekämpfung verspricht Anlegern Chancen

Die CAR-T-Therapie war einst auf eine Behandlung als letzter Ausweg für aggressive Formen von Lymphdrüsen- und Blutkrebs. Jetzt stellte sich heraus: Diese Zelltherapien wirken auch bei anderen Krebsarten. Die Nase vorn bei der Forschung haben unter anderen Johnson & Johnson, Novartis und Gilead. Sie dürften vom Durchbruch in der Tumor-Bekämpfung profitieren.

Die CAR-T-Therapie ist heute in der Schweiz zugelassen für die Behandlung von Patienten, bei denen alle anderen Therapien wirkungslos waren. Dies zum Beispiel für die Bekämpfung aggressiver Formen von Lymphdrüsen- und Blutkrebs. Bisher konzentrierten sich die meisten Bemühungen der Pharmaindustrie und der Medizin auf den Einsatz von CAR-T-Therapien bei Blutkrebsarten.

Erzielte die Pharmaindustrie in den USA im vergangenen Jahr mit CART-T-Therapien einen Umsatz von 2,7 Milliarden US-Doller, dürfte dieser bis 2028 auf 17 Milliarden ansteigen.

Arelis Agosto, Senior Healthcare Analyst, Global X

Die Wirksamkeit dürfte sogar noch grösser sein. Neue Daten deuten darauf hin, dass die Wirksamkeit der CAR-T-Zelltherapie bei einer viel breiteren Patientengruppe als bisher angenommen gegeben ist. Die Fachwelt ist sich einig, dass dies einem Durchbruch in der Behandlung von Krebs entspricht. Die grossen Anstrengungen der Pharma- und Biotechnologieunternehmen in Forschung und Entwicklung verdeutlichen die Bedeutung des Potenzials der CAR-T-Therapien.

Knochenmarkkrebs: Erfolgsrate von 73 Prozent
Von dieser Entwicklung profitieren nicht nur die Patienten profitieren. Die Entwicklung dürfte der Pharmaindustrie ein schnelles Umsatzwachstum bescheren. Erzielte die Pharmaindustrie in den USA im vergangenen Jahr mit CART-T-Therapien einen Umsatz von 2,7 Milliarden US-Doller, dürfte dieser bis 2028 auf 17 Milliarden ansteigen. Johnson & Johnson erhielt im vergangenen Jahr die Zulassung für ihre CAR-T-Therapie zurBehandlung von Knochenmarkkrebs (Multiple Myelom). Bei 85 Prozent der mit dem Medikament Carvykti behandelten Patienten verkleinerte sich der Tumor, bei 73 Prozent verschwand der Krebs sogar vollständig. Dies bedeutet, dass diese Patienten geheilt wurden. Johnson & Johnson erzielte 2022 einen Umsatz von 103 MillionenUS-Dollar mit Carvykti und prognostiziert für das Jahr 2028 einen Umsatz von voraussichtlich 3,4 Milliarden US-Dollar.

Auch Novartis ist dabei
Nun wird auch die mögliche Wirkung der CAR-T-Therapie bei der Behandlung von Autoimmunkrankheiten untersucht. So führen Bristol Myers Squibb und Novartis Studien für CAR-T-Behandlungen bei Lupus durch, und eine Reihe kleinerer Biotechnologieunternehmen wie Cabaletta Bio und Cartesian Therapeutics untersuchen die Wirksamkeit der CAR-T-Technologie bei Erkrankungen wie Morbus Crohn, Colitis ulcerosa und Amyloidose. AstraZeneca hat zudem ein Entwicklungsabkommen mit Quell Therapeutics angekündigt, um die Entwicklung von Zelltherapien für Typ-1-Diabetes und entzündliche Darmerkrankungen voranzutreiben. Neue Daten, der American Society of Clinical Oncology (ASCO) zeigen, dass CAR-T-Therapien besonders gut ansprechen bei Patienten, die weniger Vorbehandlungen erhalten haben. Mit anderen Worten: Je früher der Krebs diagnostiziert wird, desto höher die Überlebenschancen der Patienten. Die frühere Behandlung von Patienten steht deshalb im Fokus der Pharmaindustrie.

Screening- und Diagnostik im Fokus
Ein wichtiger Schwerpunkt der ASCO ist die Verbesserung der Vorsorge- und Diagnosemöglichkeiten für Krebspatienten. Bei den derzeitigen Standardbehandlungen werden nur etwa 25 Prozent der Krebserkrankungen durch Vorsorgeuntersuchungen entdeckt. Die Verbesserung bestehender Screening-Methoden erhöhen mit dem Einsatz der neuen Zelltherapien die Überlebenschancen der Patienten. Parallel zur CAR-T-Therapie konzentriert sich deshalb die Forschung auf die Verbesserung bestehender Screenings. Eine Studie, die kürzlich von der ASCO in den USA vorgestellt wurde, zeigt, dass künstliche Intelligenz (KI) das Brustkrebsrisiko genauer vorhersagen kann als herkömmliche Diagnosemodelle. Fünf verschiedene KI-Programme analysierten Daten von Mammogrammen, die keine sichtbaren Anzeichen von Krebs aufwiesen, und erzielten bessere Ergebnisse bei der Vorhersage des Fünf-Jahres-Brustkrebsrisikos im Vergleich zu bestehenden Modellen.

Präzisionsonkologie als Investitionschance
Die Behandlungskosten für CAR-T-Therapien sind derzeit noch hoch, weshalb das Angebot im Verhältnis zu den Patienten, die dafür in Frage kommen, begrenzt ist. Die nächste Phase der Innovation im CAR-T-Bereich wird sich daher auf die Verbesserung der Herstellung und die Zugänglichkeit der Therapien konzentrieren. Die moderne Präzisionsonkologie, Fortschritte in der Krebsdiagnose, minimalinvasive Diagnoseinstrumente und der Zugang zu innovativen Behandlungen haben das Potenzial, das Wachstum etablierter Pharma- und Biotechunternehmen anzukurbeln. Anleger sollten die Industrie mit ihren Unternehmen im Auge behalten, denn sie bieten interessante Investitionsmöglichkeiten.

Hauptbildnachweis: Pixabay