ETF-Markt: Stabiler Jahresauftakt und sequenzielles Wachstum in Europa

Nach einem durchzogenen Jahr für ETFs, das mit einem Rückgang der Zuflüsse um einen Drittel endete, hat das Jahr 2023 einen stabileren Start hingelegt. Die globalen ETFs verzeichneten im ersten Monat des Jahres Nettozuflüsse in Höhe von fast 31 Milliarden US-Dollar. Insbesondere Renten-ETFs verzeichneten im Vergleich zu Aktien-ETFs ein starkes organisches Wachstum. Allein US-amerikanische Renten-ETFs nahmen im Februar über 24 Milliarden US-Dollar ein.

Der europäische ETF-Markt ist zwar nach wie vor weniger entwickelt als der amerikanische Markt, aber die europäischen ETFs erfreuen sich wachsender Nettomittelzuflüsse, die vor allem von ESG-Fonds getrieben werden. Im Januar verzeichneten europäische ETFs laut Vanguard Zuflüsse von über 21,5 Milliarden US-Dollar und damit deutlich mehr als die 4,2 Milliarden US-Dollar, die sie im Dezember 2022 erhielten.

Themen: Blick auf das Rezessionsrisiko in den USA
Die Antwort auf die Frage, welche Themen für den Rest des Jahres am besten positioniert sind, könnte zu einem grossen Teil von der Wahrscheinlichkeit einer Rezession in den USA abhängen, insbesondere angesichts des fehlenden Konsenses unter den Anlegern über dieses Risiko.

Im Januar verzeichneten europäische ETFs laut Vanguard Zuflüsse von über 21,5 Milliarden US-Dollar und damit deutlich mehr als die 4,2 Milliarden US-Dollar vom Dezember 2022.

Morgane Delledonne, Leiterin Anlagestrategie Europa, Global X ETFs

Dafür, dass keine Rezession eintritt, wenn es der Fed gelingt, die Inflation zu senken und gleichzeitig das Wirtschaftswachstum und die Erträge nur geringfügig zu verlangsamen, spricht die Tatsache, dass die Beschäftigung nach wie vor relativ hoch ist und die zyklischen Sektoren wie Finanz-, Industrie- und Grundstoffwerte im bisherigen Jahresverlauf eine starke Performance aufweisen. In einem solchen Szenario sind Wachstumswerte gut positioniert. Für Anleger interessant sind Technologieunternehmen, die derzeit attraktiv bewertet sind, sowie saubere Energien, die aufgrund öffentlicher und privater Investitionen zur Bekämpfung oder Begrenzung des Klimawandels mit erheblichem strukturellem Gegenwind rechnen müssen.

Im Falle einer Rezession, die auf einer stark inversen Renditekurve der US-Staatsanleihen und einer Verlangsamung des globalen Wachstums beruht, werden die besten Positionen für die Anleger von der Schwere der Rezession abhängen. Bleibt die Rezession mild, könnten sich Anleger auf die Erzielung von Erträgen konzentrieren und gleichzeitig von der erhöhten Volatilität profitieren, indem sie gedeckte Call-Strategien auf den Nasdaq 100 in Betracht ziehen. Solche Strategien entwickeln sich am besten in seitwärts tendierenden oder unruhigen Märkten. Wenn die Anleger jedoch mehr von einer starken Rezession in den USA überzeugt sind, könnten sie ihr Engagement in US-Aktien reduzieren oder eine Pufferstrategie in Erwägung ziehen, die Abwärtsschutz im Tausch gegen ein gewisses Aufwärtspotenzial bietet. Themen für eine defensive Positionierung, die sich in der Vergangenheit in Abschwungphasen als widerstandsfähig erwiesen haben, wie z.B. das Gesundheitswesen und die Infrastruktur, könnten daher ebenfalls attraktiv sein.

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