Goldnachfrage im zweiten Quartal erreicht Rekordniveau
Ein aktueller Bericht des World Gold Council zeigt, dass die weltweite Goldnachfrage im Vergleich zum Vorjahr um 4% auf 1’258 Tonnen gestiegen ist. Die Gesamtnachfrage wurde durch den guten ausserbörslichen Handel gestützt, der mit 329 Tonnen beachtliche 53% über dem Vorjahresniveau lag.
Eine erhöhte ausserbörsliche Nachfrage, anhaltende Käufe der Zentralbanken und eine Verlangsamung der ETF-Abflüsse trieben die Goldpreise im zweiten Quartal auf ein Rekordhoch. Der Goldpreis lag mit durchschnittlich bei 2’338 US-Dollar pro Unze 18% höher als im Vorjahr und erreichte im Laufe des Quartals einen Rekordwert von 2’427 US-Dollar.
Zentralbanken und öffentliche Institutionen erhöhten die weltweiten Goldbestände um 183 Tonnen, ein Rückgang gegenüber dem Vorquartal, aber dennoch ein Anstieg von 6% im Vorjahresvergleich. Die jährliche Befragung bei den Zentralbanken ergab, dass die Reservemanager der Ansicht sind, dass die Goldallokationen in den kommenden 12 Monaten weiter steigen werden, weil sie in einem komplexen wirtschaftlichen und geopolitischen Umfeld ihr Portfolio schützen und diversifizieren möchten.
Louise Street, Senior Markets Analyst, World Gold CouncilZwar lassen sich potenzielle Herausforderungen für Gold erkennen, daneben deuten sich jedoch Veränderungen auf dem globalen Markt an, die die Goldnachfrage voraussichtlich stützen und steigern werden.
Die weltweiten Goldinvestitionen blieben stabil und lagen mit 254 Tonnen geringfügig über dem Vorjahresniveau, was die unterschiedlichen Nachfragetrends verdeckt. Die Investitionen in Barren und Münzen gingen durch einen starken Rückgang der Nachfrage nach Goldmünzen im zweiten Quartal um 5% auf 261 Tonnen zurück. Die starken Einzelhandelsinvestitionen in Asien wurden durch eine geringere Nettonachfrage in Europa und Nordamerika ausgeglichen, wo es in einigen Märkten zu Gewinnmitnahmen kam.
Die weltweiten Gold-ETFs verzeichneten in dem betrachteten Quartal geringfügige Abflüsse von 7 Tonnen. Das Wachstum in Asien setzte sich fort, die beträchtlichen Abflüsse in Europa im April verwandelten sich in schwache Zuflüsse im Mai und Juni. Die Abflüsse in Nordamerika verlangsamten sich im Vergleich zum Vorquartal deutlich.
Die Rekordpreise haben die Schmucknachfrage im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 19% sinken lassen. Die Nachfrage im ersten Halbjahr bleibt im Vergleich zum Vorjahreszeitraum jedoch stabil, da das erste Quartal stärker war als erwartet. Darüber hinaus stieg die Nachfrage nach Gold in der Technologiebranche weiter an und legte im Jahresvergleich um 11% zu, was vor allem auf den KI-Boom im Elektroniksektor zurückzuführen ist, der im Jahresvergleich sogar um 14% zulegte. Das Gesamtangebot von Gold stieg im Vergleich zum Vorjahr um 4%, wobei die Minenproduktion auf 929 Tonnen anstieg. Die Menge an recyceltem Gold stieg im Vergleich zum gleichen Quartal 2023 um 4% und markierte das höchste zweite Quartal seit 2012.