Anleger dürfen sich auf attraktive Dividenden freuen

Die börsenkotierten Firmen scheinen die Corona-Delle überwunden zu haben. Im nächsten Frühling werden bei Roche, Novartis, Nestlé & Co. wieder rekordhohe Dividenden erwartet.

Die drei Schwergewichte aus dem Swiss Market Index (SMI) – Roche, Novartis und Nestlé – haben etwas gemeinsam. Sie haben in den vergangenen Tagen mit ihren Zahlen zum dritten Quartal die Markterwartungen übertroffen. Das verheisst Gutes: Denn dank ihrer Grösse tragen sie einen erheblichen Teil zur gesamten Dividendenausschüttung in der Schweiz bei.

Dank den guten Aussichten dürfte die Gesamtausschüttung im SMI im kommenden Frühling wieder um die 40 Milliarden Franken betragen – wie vor dem Pandemiejahr 2020.

VermögensZentrum (VZ)

Ergänzt werden die Pharma- und Nahrungsmittelhersteller von den Versicherern wie Swiss Re oder Zurich Insurance Group, die traditionell ihren Anlegern eine hohe Dividendenrendite zwischen 5 und 7 Prozent bescheren. Diese Zahl berechnet sich aus der ausgeschütteten Dividende in Relation zum eigenen Kaufpreis der Aktie. Da die Dividenden in der Schweiz einmal jährlich ausbezahlt werden, werden sie oft mit den Zinszahlungen von Obligationen verglichen. Allerdings müssen sich Anleger vor Augen halten, dass die Kurse von Aktien viel stärker schwanken können als jene von Obligationen.

Milliardenausschüttung für Anleger
Dank den guten Aussichten dürfte die Gesamtausschüttung im SMI im kommenden Frühling wieder um die 40 Milliarden Franken betragen – wie vor dem Pandemiejahr 2020. Dieses Jahr bewegten sich die Gesamtausschüttungen innerhalb des langjährigen Mittels. Das zeigt sich auch an der Dividendenrendite, die an der Schweizer Börse erzielt wird (siehe Grafik). Diese ist 2021 zwar leicht auf 2,8 Prozent zurückgegangen, allerdings nicht wegen Dividendenkürzungen, sondern wegen des starken Kursanstiegs vieler Aktien. Bei unveränderter Ausschüttung reduziert sich die Dividendenrendite, wenn die Aktienkurse nach oben gehen. Doch selbst mit der aktuellen Dividendenrendite steht der Schweizer Aktienmarkt im internationalen Vergleich überdurchschnittlich da.

Dividendenrenditen der 20 Firmen aus dem SMI

Durchschnittliche Dividendenrenditen im Swiss Market Index zwischen 2009 und heute. Bildnachweis: Quelle: Bloomberg

Was machen mit den Dividenden?
Doch wie lässt sich erfolgreich in dividendenstarke Titel investieren? Auch hier gilt: Nur auf einzelne Kennzahlen wie eine hohe Dividendenrendite zu schauen, greift zu kurz. Denn letztlich bieten auch üppige Ausschüttungen keinen Schutz vor Kursverlusten, welche die ausbezahlte Dividende deutlich übertreffen können. Eine gute Möglichkeit, diversifiziert in starke Dividendenzahler zu investieren, sind Dividenden-ETF. Das sind passiv gemanagte, kostengünstige Indexfonds, die an der Börse gehandelt werden. Solche Fonds verringern das Risiko deutlich besser als wenn man sich eigenhändig einige wenige Dividendenperlen ins Depot holt. Bei einem ETF stellt sich zusätzlich noch die Frage, ob man die Dividende als jährliche Auszahlung beziehen will – oder diese mit einem sogenannt thesaurierenden ETF gleich wieder investieren möchte. Letzterer bietet den Vorteil, dass durch den Zinseszins- und Reinvestitionseffekt die langfristige Rendite deutlich höher ausfällt als bei einem Bezug der Ausschüttungen.

Dividendenmandat als Alternative
Eine weitere Möglichkeit, in dividendenstarke Titel zu investieren, bieten spezielle Dividendenmandate. Ein professioneller Vermögensverwalter wählt dann Unternehmen mit hohen und zuverlässigen Ausschüttungen aus und kümmert sich um Kauf, Überwachung und rechtzeitigen Verkauf der Titel. Die Spezialisten analysieren zudem die Firmen und deren Bilanzen. Anhand dieser Prüfung beurteilen sie das Potenzial der Unternehmen, auch in Zukunft Gewinne zu erwirtschaften und Dividenden auszuschütten. Wie bei Dividenden-ETF kann sich der Anleger entscheiden, ob er sich die Ausschüttungen auszahlen lassen will oder ob diese in das Mandat reinvestiert werden sollen.

Unabhängig davon, ob man sich für einzelne Aktien, einen speziellen Dividenden-ETF oder für ein Dividendenmandat entscheidet, gilt: Man sollte sich nie nur anhand der erwarteten Ausschüttungen für eine Anlage entscheiden. Wichtig sind immer auch die persönlichen finanziellen Verhältnisse und die Gewissheit, dass Aktien starken Kursschwankungen unterliegen können. Dividendentitel sollten nur einen Teil der Anlagesumme umfassen und als Ergänzung im Rahmen einer Gesamtanlagestrategie eingesetzt werden.

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