Halbleiter, Batterien und Luxusgüter versprechen Renditen

Die leistungsstärksten Transistoren kommen heute exklusiv von zwei Unternehmen in Taiwan und in Südkorea. Auch Batterie- und Elektroautohersteller in Asien profitieren von der nachhaltigen Zeitenwende. Diese Entwicklung, zusammen mit dem Ende der Covid Massnahmen in China, bietet Anlegern Chancen.

Prozessoren bilden heute einen Grundpfeiler der globalen Wirtschaft. Heute werden in Asien 75 bis 80% aller Chips weltweit hergestellt. Führend in deren Produktion sind Taiwan, Südkorea, China und Japan. Zwei Unternehmen dominieren den Markt von Prozessoren mit Transistoren, die kleiner als 10 Nanometer sind: Das Unternehmen TSMC aus Taiwan, das 92 % des Marktes abdeckt, und Samsung aus Südkorea mit 8%. Der Halbleitermarkt wächst dabei entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Trotz der jüngsten makro- und geopolitischen Veränderungen, die zu einer kurzfristigen Abschwächung der Nachfrage geführt haben, bleibt das Wachstum der Halbleiterindustrie aufgrund des steigenden Siliziumanteils in Endgeräten langfristig intakt.

Im Vergleich zur Produktion im Jahr 2022 sollten im Jahr 2030 der Ausbau von Solar und Windanlagen um den Faktor drei gesteigert werden, Elektroautos um den Faktor elf und Batterien um das 29-fache.

Frank Schwarz, Portfolio Manager, MainFirst Asset Management

Das Thema Künstliche Intelligenz erlebt gerade seinen Durchbruch. Dies führt zu einem massiven Ausbau der Infrastruktur, wovon Hersteller von Grafikprozessoren (GPU) am stärksten profitieren. Dazu gehört auch NVIDIA aus dem Silicon Valley. Sie entwickelt die GPU, die jedoch von Taiwan Semi hergestellt werden. Eine andere vielversprechende und konkurrenzlose Firma ist die japanische Advantest, welche GPUs testet.

Gewinner sind die Anbieter von nachhaltigen Technologien
Elon Musk’s Masterplan geht davon aus, dass weit mehr als 8 Milliarden Menschen nachhaltig auf der Erde leben können. Dazu ist ein vollständiger Übergang auf Erneuerbare Energien in den nächsten Jahren notwendig. Nach seinen Berechnungen betragen die notwendigen Investitionen in den nächsten zehn Jahren 10 Billionen US-Dollar. Dies ist deutlich weniger als die 14 Billionen US-Dollar Investitionen beim Beibehalten des Status Quo. Auch in Bezug auf die benötigte Fläche (0,2% der Landoberfläche der Erde) und den Verbrauch von Rohstoffen (30% weniger als beim Status Quo) ist die Zeitenwende machbar. Auf Seltene Erden wird Tesla zukünftig komplett verzichten können. Im Vergleich zur Produktion im Jahr 2022 sollten im Jahr 2030 der Ausbau von Solar und Windanlagen um den Faktor drei gesteigert werden, Elektroautos um den Faktor elf und Batterien um das 29-fache. Dazu ist ein kompletter Übergang zu Wärmepumpen erforderlich. Neben Tesla ist der chinesische Autohersteller BYD am besten positioniert. Bei den Batteriefirmen profitiert CATL aus China als globaler Marktführer mit einem Anteil von 35% von der Zeitenwende. Die Oilin Technologie des Unternehmens erlaubt Reichweiten von bis zu 1’000 km pro Batterieladung. Auch Halbleiterfirmen wie Infineon oder ST Micro gehören zu den Gewinnern des Wandels zu mehr Nachhaltigkeit. Daikin Industries ist eine interessante Firma, die aufgrund des Booms bei den Wärmepumpen vor einer glänzenden Zukunft steht.

China: Ersparnisse fliessen in Luxusgüter und Reisen
Erstmals seit drei Jahren hat die chinesische Bevölkerung wieder die Möglichkeit auf Auslandsreisen. Während der Pandemie ist die Sparquote im Land deutlich gestiegen und wir erwarten, dass sich ein grosser Nachholbedarf bei Reisen und Ausgaben für Luxusgüter aufgestaut hat. Die chinesischen Touristen dürften schon bald wieder in Scharen nach Zürich, Luzern oder Genf reisen. Der Rekord der chinesischen Reisetätigkeit aus dem Jahr 2019 könnte 2024 deutlich übertroffen werden. Profiteure der Rückkehr der Reisetätigkeit dürften die chinesischen Reiseanbieter Trip.com und Meituan sein. Im Zug dieser Entwicklung dürfte auch der Anteil der Chinesen bei den globalen Ausgaben für Luxusgütern ansteigen. Lag dieser 2019 bei 31% erreichte er 2022 mit 19% ein Tief. Wenn man bedenkt, dass die Preise in Europa für Handtaschen und Uhren rund 30% tiefer liegen als in China und die Touristen zurückkommen, ist es möglich, dass der Anteil der Ausgaben für Luxusgütern im kommenden Jahr auf 35% oder höher steigt. Davon profitieren Luxusmarken wie LVMH, Hermes, Richemont und Swatch ganz vorne auf.

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