2022 war ein annus horribilis für Schweizer Obligationen und Aktien
Die aktualisierte «Langfriststudie zur Performance von Aktien und Obligationen in der Schweiz» von Pictet liegt vor – die Studien-Autoren kommen dabei zu einem überaus ernüchternden Schluss.
Pictet vergleicht die Performance von Schweizer Aktien mit derjenigen von Schweizerfranken-Obligationen seit 1926. Jetzt liegt die aktualisierte Version als Orientierungshilfe für langfristig orientierte Investoren vor. Das vergangene Jahr war für Schweizer Anlage-Portfolios real wie auch nominal das viertschlechteste seit 1926.
Jacques Henry, Head of Equities, PictetUnserer Analyse zufolge hätte seit 1926 niemand, der in Schweizer Aktien investiert und einen Anlagezeitraum von mindestens 14 Jahren hat, einen Verlust auf seine ursprüngliche Anlage erlitten.
Die Schlussfolgerungen der Studien-Autoren Jacques Henry, Nadia Gharbi, und Djâafar Aballeche lauten im Wesentlichen wie folgt:
- Nach mehreren Jahren Disinflation trugen ein Inflationsschub und aggressive Zinsanhebungen der Schweizerischen Nationalbank zur negativen Performance von Schweizer Anleihen und Aktien im Jahr 2022 bei.
- Das vergangene Jahr war für Schweizer 60/40-Portfolios real wie auch nominal das viertschlechteste seit 1926, wobei aufgrund des Zinsanstiegs ein Drittel der Verluste auf Obligationen entfiel. Betrachtet man Aktien und Obligationen gesondert, so war das vergangene Jahr real und nominal das schlechteste für die Renditen von Schweizer Obligationen und das elftschlechteste für Schweizer Aktien seit 1926.
- Ein umfassenderes Bild der Performance ergibt sich bei einem Blick auf den langfristigen Durchschnitt der Jahresrenditen. Eine über einen Anlagezeitraum von zehn Jahren getätigte Anlage in Schweizer Aktien hätte nur in drei der 97 Jahre seit 1926 eine negative Performance erzielt. Die Pictet-Analyse zeigt, dass wer sein ursprüngliches Engagement bei Schweizer Aktien mindestens 14 Jahre lang behalten hat, seit 1926 keinen Verlust auf seine Anlage erlitten hat. Bei einem Schweizer 60/40-Portfolio verkürzt sich dieser Zeitraum auf zehn Jahre.
- Basierend auf grosszügigen Annahmen für diverse Portfoliokosten zeigen die Berechnungen von Pictet, dass aus CHF 1’000, die 1926 in Schweizer Aktien angelegt wurden, bis heute über CHF 830’000 geworden wären. Will man über einen Anlagezeitraum von 100 Jahren CHF 1 Million erzielen, würde dies eine Rendite von 6,4% über die nächsten drei Jahre erfordern – was tatsächlich nah am langfristigen Durchschnitt liegt.
- Seit 1926 war die durchschnittliche Jahresrendite einer 10-jährigen Anlage in Schweizer Obligationen nominal etwa halb so hoch wie die von Schweizer Aktien (3,9% gegenüber 7,7% (in CHF)). Real liegt die jährliche Durchschnittsrendite einer 10-jährigen Anlage in Schweizer Obligationen bei 2,0%, verglichen mit 5,6% für Schweizer Aktien.
Die detaillierte «Langfriststudie zur Performance von Aktien und Obligationen in der Schweiz» von Pictet findet sich hier.