Nach dem Kurssturz: Gold feiert ein Comeback – so investieren Anleger richtig

Die Wertschwankungen am Goldmarkt sorgen für erhöhte Aufmerksamkeit. Viele Anleger fragen sich, wie sie sinnvoll von möglichen Preissteigerungen profitieren können und welche Anlageformen sich dafür am besten eignen.

Gold hat nach dem monatelangen Korrekturkurs wieder Boden gefunden. In den vergangenen drei Wochen legte der Preis für eine Feinunze rund 8 Prozent zu und notiert mit rund 4350 Dollar wieder auf dem Niveau wie zu Jahresbeginn.

Auch wenn die Aussichten für das Edelmetall aufgrund geopolitischer Unsicherheiten und steigenden Staatsschulden positiv erscheinen, sollte nicht zu viel Gewichtung auf das Edelmetall gelegt werden.

Robert Leitner, Anlage-Experte, VZ VermögensZentrum

Schon fast vergessen ist, wie rasant das Jahr 2026 für Gold begonnen hatte: Ende Januar markierte das Edelmetall ein Rekordhoch bei rund 5600 Dollar, danach sackten die Notierungen zeitweise bis knapp unter 4000 Dollar. Grundsätzlich hat sich an den Argumenten, weshalb ein gewisser Anteil an Gold im Portfolio sinnvoll sein kann, jedoch nichts verändert.

Wer in Gold investieren möchte, hat eine breite Auswahl an Möglichkeiten, die sich bezüglich Kosten, Liquidität, Sicherheit und Struktur stark voneinander unterscheiden können. Grundsätzlich teilt sich der Markt in physisches Gold und indirekte Anlageformen wie börsengehandelte Produkten auf. Beide Arten der Goldinvestition haben ihre Vor- und Nachteile. Im Regelfall nehmen Anleger Gold über indirekte Anlagen in ihr Portfolio auf. Dazu zählen passive Anlagefonds wie Exchange Traded Funds (ETF). Das hat den Vorteil dass der Kauf und Verkauf meist schneller und zu geringeren Transaktionskosten erfolgen kann als es beispielsweise bei physischem Gold der Fall ist. Die Fondslösungen bilden den Goldpreis möglichst exakt nach und sind aufgrund ihrer tiefen laufenden Kosten insbesonders für Privatanleger interessant. Viele dieser Produkte hinterlegen das Gold physisch in Tresoren, sodass sie nicht nur günstig, sondern auch sicher sind. Anleger profitieren zudem von einer hohen Liquidität, da sie die Produkte während der Börsenöffnungszeiten jederzeit kaufen oder verkaufen können.

Auch für langfristig orientierte Privatanleger ist diese Form der Anlage häufig sinnvoller, obwohl die laufenden Kosten bei einer langen Haltedauer stärker ins Gewicht fallen. Sie meiden damit nämlich den Aufwand und die Kosten der Lagerung, um die sie sich sonst kümmern müssten. Einige der Produkte bieten zudem die Möglichkeit, das hinterlegte Gold physisch zu beziehen. Dafür werden jedoch eine Gebühr und bestimmte Bedingungen verlangt. Daneben gibt es weitere Anlageformen wie die Exchange Traded Products (ETP) oder strukturierte Produkte. Je nach Ausgestaltung können diese Produkte jedoch ein Emittentenrisiko beinhalten und sind daher für sicherheitsorientierte Anleger weniger geeignet.

Physisches Gold ist vor allem in Form von Barren oder Münzen verfügbar und eignet sich für Anleger, die einen sogenannten «Notbatzen» für Krisenzeiten aufbauen wollen. Hier steht die Wertaufbewahrung im Mittelpunkt. Barren gibt es bereits ab 0,1 Gramm, während klassische 12,5 Kilogramm Goldbarren aktuell Preise von aktuell rund 1,4 Million Franken erreichen. Beim einem solchen Kauf sollte auf die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs geachtet werden, die häufig sehr hoch sein kann. Bei kleinsten Stückelungen können diese bis zu 15 Prozent betragen. Banken und Goldhändler publizieren tagesaktuelle An- und Verkaufspreise. Die Verfügbarkeit der gewünschten Stückelung kann zwischen den Filialen variieren. Wer physisches Gold erwirbt, sollte sich zudem Gedanken über die Aufbewahrung machen. Besonders grössere Bestände lassen sich in einem Bankschliessfach sicherer lagern als zu Hause. Dies verursacht jedoch laufende Kosten. Einige Händler bieten inzwischen eine externe Lagerung an, die allerdings nicht immer eine umfassende Versicherung einschliesst. Käufer sollten daher prüfen, ob im Schadenfall tatsächlich Ersatz geleistet würde.

Neben physischem Gold können Anleger auch indirekte Anlagen kaufen. So werden beispielsweise von Goldhändler sogenannte Abo-Modelle für den regelmässigen Kauf kleiner Goldbeträge angeboten. Diese richten sich primär an Kunden, die sehr kleine Beträge investieren möchten oder Gold verschenken wollen. Aufgrund der teilweise hohen Gebühren eignen sich solche Modelle jedoch nur bedingt für eine ernsthafte Vermögensanlage.

Wer sich mit Gold beschäftigt, sollte letztlich auch dessen Rolle innerhalb des Portfolios richtig einordnen. Gold wirft keine Zinsen ab und kann immer wieder über längere Zeiträume eine vergleichsweise schwache Renditeentwicklung im Vergleich zu Aktien oder Obligationen aufweisen. Auch wenn die Aussichten für das Edelmetall aufgrund geopolitischer Unsicherheiten und steigenden Staatsschulden positiv erscheinen, sollte nicht zu viel Gewichtung auf das Edelmetall gelegt werden. Es kann sonst schnell dazu führen, dass das Edelmetall eine dominante Auswirkung auf die Portfoliorendite bekommt – im positiven wie auch im negativen Sinne.

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