Unabhängig vom Wahlergebnis: Die USA bleiben Motor für den globalen nachhaltigen Wandel
In den vergangenen Jahren hat die Kritik an Investitionen in Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (ESG) in den USA zugenommen. Diese Bewegung spiegelt die breiteren politischen und sozialen Spannungen in Bezug auf nachhaltige Finanzen und Unternehmensverantwortung wider. Was treibt diese Gegenreaktion an?
Die ESG-Debatte dreht sich oft um die Sorge, dass nichtfinanzielle Faktoren die Rendite mindern könnten. Allerdings sind ESG-Risiken, wie Lieferketten und Mitarbeiterbeziehungen, zentral für das Risikoprofil eines Unternehmens. Schlechte ESG-Praktiken beeinträchtigen langfristig den Cashflow und den Ruf. Eine Studie der Bank of America belegt, dass ESG-Kontroversen S&P-500-Unternehmen zwischen 2014 und 2019 über eine halbe Billion US-Dollar kosteten. Die Vernachlässigung solcher Faktoren kann wichtige Risiken übersehen und die Rendite schmälern. Branchen wie Öl, Gas und Pharma, die häufig im ESG-Fokus stehen, sind jedoch stark aufgestellt, um nachhaltige Transformationen voranzutreiben.
François Antomarchi, Equity Fund Manager, Degroof Petercam Asset Management (DPAM)Die politischen Wechsel zwischen republikanischen und demokratischen Regierungen mögen den Wandel zwar verlangsamen, aber sie werden ihn wahrscheinlich nicht gänzlich aufhalten.
Graphic Packaging, ein wichtiger Akteur im Bereich papierbasierte Verpackungen, hat beispielsweise stark in recycelte Verpackungslösungen investiert und damit den Lebensmittel- und Getränkeunternehmen den Umstieg von Kunststoffverpackungen ermöglicht. Dieser Ansatz hat das Wachstum des Unternehmens im Vergleich zu seinen Mitbewerbern angekurbelt und gleichzeitig für stetige Renditen für die Aktionäre gesorgt.
ESG-Prioritäten bleiben auch in den USA wichtig
Trotz politischer Opposition in den USA bleibt das Engagement für verantwortungsvolle Investitionen stark, mit Klimaschutz, Diversität und Inklusion als Schwerpunkten. Nordamerikanische Unterzeichner machen Fortschritte: Der Anteil, der Nachhaltigkeitsergebnisse meldet, stieg von 58 Prozent (2021) auf 71 Prozent (2023). Während politische Wechsel Unsicherheit schaffen, treiben wirtschaftliche Vorteile wie grüne Anleihen und Subventionen ESG-Initiativen voran. Die Nachfrage von Verbraucher und Investoren erhöhen den Druck auf Unternehmen, ihre ESG-Leistung zu verbessern. Die USA, als globale Wirtschaftskraft, spielen eine Schlüsselrolle im nachhaltigen Wandel, auch wenn politische Wechsel das Tempo beeinflussen.
Die US-Medienberichterstattung hebt häufig die politische Opposition gegen ESG hervor, doch im Kern bleibt das Engagement für verantwortungsvolle Investitionen stark – selbst in den USA. Viele Organisationen halten sich weiterhin an die Grundsätze für verantwortungsvolle Investitionen, und diese Grundsätze ziehen immer noch neue Unterzeichner an, wobei der Klimawandel sowie Vielfalt, Gerechtigkeit und Inklusion wichtige ESG-Prioritäten sind – insbesondere für US-Unterzeichner. Der Anteil, der Nachhaltigkeitsergebnisse meldet, stieg von 58 Prozent (2021) auf 71 Prozent (2023).
ESG-Themen in den USA stark politisiert
Es stimmt, dass ESG-Themen in den USA stark politisiert sind und oft mit dem Regierungswechsel zwischen Demokraten und Republikanern einhergehen. Während politische Wechsel Unsicherheit schaffen, treiben wirtschaftliche Vorteile wie grüne Anleihen und Subventionen ESG-Initiativen voran. Als wichtiger globaler Wirtschaftsakteur werden die USA eine entscheidende Rolle beim Übergang zu einer nachhaltigeren Welt spielen. Ihr riesiger Konsumentenmarkt, ihre Innovationskraft und ihre wirtschaftliche Zentralität machen sie zu einem wichtigen Motor für den globalen nachhaltigen Wandel. Die politischen Wechsel zwischen republikanischen und demokratischen Regierungen mögen diesen Wandel zwar verlangsamen, aber sie werden ihn wahrscheinlich nicht gänzlich aufhalten.