Was der neue US-Präsident für die eigene Geldanlage bedeutet
Die Vereinigten Staaten haben gewählt: Donald Trump kehrt als Präsident ins Weisse Haus zurück. Damit stellt sich für viele die Frage, wie dieser Entscheid die Finanzmärkte bewegt.
Eine erste Reaktion ist bereits an den Kryptomärkten ersichtlich. Bitcoin ist in der Nacht auf Mittwoch auf ein Rekordhoch gestiegen, aber auch Ether, die zweitgrösste Kryptowährung, legte deutlich an Wert zu. Das dürfte daran liegen, dass Trump den Kryptowährungen zugeneigt ist. Er hatte im Wahlkampf versprochen, auf einschränkende Regulierungen in diesem Markt zu verzichten. Auch der Dollar wertete gegenüber anderen Währungen auf. Die Aktienmärkte reagierten ebenfalls mit kräftigen Kursgewinnen auf das Wahlergebnis. Das sind vor allem kurzfristige Reaktionen. Längerfristig hat die Präsidentschaftswahl aber nur einen limitierten Einfluss auf die Börsen.
Christoph Sax, Chief Investment Officer, VZ VermögensZentrumDie Aktienmärkte reagierten mit kräftigen Kursgewinnen auf das Wahlergebnis. Längerfristig hat die Präsidentschaftswahl aber nur einen limitierten Einfluss auf die Börsen.
In der Nachkriegszeit musste einzig George W. Bush zwischen 2000 und 2008 eine negative Börsenperformance erdulden. Seine beiden Amtszeiten waren geprägt von der Dot-Com-Blase und dem Zusammenbruch des US-Immobilienmarkts, der in eine globale Finanzkrise mündete (vgl. Tabelle). Während allen anderen Amtszeiten konnten Anleger mit Aktien Geld verdienen – unabhängig davon, welcher der beiden Parteien der amtierende Präsident angehörte und wie der Kongress zusammengesetzt war.
Hinzu kommt, dass die Präsidentschaftswahl nie zu einer Trendwende am Aktienmarkt führte. Aktienkurse werden langfristig von Fundamentaldaten getrieben – also von den Konjunktur-Aussichten und den Gewinnen der Unternehmen. Im Hinblick auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ist unter Donald Trump keine grundlegende Veränderung zu erwarten. Denn der wirtschaftspolitische Kurs der Demokraten unterschied sich in den letzten Jahren nicht mehr allzu stark von jenem der Republikaner.
Beide Parteien fahren eine harte Linie gegenüber China und greifen der US-Wirtschaft mit hohen Staatsausgaben und protektionistischen Massnahmen unter die Arme. Deshalb ist es wenig zielführend, seine eigene Anlagestrategie vom Ausgang solch politischer Ereignisse abhängig zu machen. Anleger fahren am besten, wenn sie an der festgelegten Strategie festhalten.