SNB: Kommen 2025 die Negativzinsen zurück?
Nach der deutlichen Zinssenkung der Schweizerischen Nationalbank (SNB) in Dezember 2024 stellt sich nun die Frage, wie es mit den Zinsen weitergeht.
Der Zinsentscheid der Schweizerischen Nationalbank (SNB) vom Dezember hatte viele überrascht. Der Konsens ging von einem Zinssschritt von 0,25 Prozentpunkten aus, effektiv senkte die SNB den Zins aber um 0,5 Prozentpunkte. Doch weshalb kam es dazu?
Christoph Sax, Chief Investment Officer, VZ VermögensZentrumDer Markt erwartet, dass die SNB den Leitzins schon bald wieder auf Null senken wird. Damit könnten auch Negativzinsen wieder zum Thema werden.
Die Nationalbank hat ein klares geldpolitisches Konzept: Der Zinsentscheid basiert jeweils auf einer Inflationsprognose. Die neue Prognose für 2025 liegt noch niedriger als die letzte vom September – und dies, obwohl ein wesentlich tieferer Leitzins unterstellt wird. Insofern ist es konsequent, dass die SNB den Leitzins stärker senkte als prognostiziert. Die Gründe für den starken Rückgang der Inflationserwartung liegen in tieferen Strompreisen, der Frankenstärke und niedrigeren Mieten. Mit der konsequenten Orientierung an der Inflationsprognose steht die Tür für weitere Leitzinssenkungen offen. So erwartet der Markt, dass die SNB den Leitzins schon bald wieder auf Null senken wird (vgl. Grafik). Damit könnten auch Negativzinsen wieder zum Thema werden. Allerdings düften die Leitzinsen nicht so schnell wieder unter Null fallen. Denn die Ausgangslage ist nicht vergleichbar mit jener vor zehn Jahren, als der Leitzins auf -0,75 Prozent gesenkt wurde. Im Gegensatz zu heute war damals die Europäische Zentralbank (EZB) der SNB vorausgeeilt.

Das heisst: Es gab keine Zinsdifferenz mehr zwischen der Eurozone und der Schweiz. Der SNB blieb also nicht anderes mehr übrig, als den Zins unter Null zu drücken. Heute beträgt die Zinsdifferenz zwischen der Eurozone und der Schweiz hingegen 2,5 Prozentpunkte, weil der Leitzins in der Eurozone noch immer deutlich höher ist als in der Schweiz. Die Markterwartungen gehen davon aus, dass der EZB-Leitzins bei 1,5 bis 2 Prozent einen Boden findet. Auf absehbare Zeit dürfte die Zinsdifferenz zur Schweiz somit positiv bleiben. Das wird den Aufwertungsdruck auf den Franken etwas lindern.