ABB plant Börsengang der Division E-Mobility
Am gestrigen Kapitalmarkttag berichtete CEO Björn Rosengren über den aktuellen Stand der Transformation von ABB zu einem profitableren Unternehmen mit höheren Wachstumsraten. Dabei kündigte er auch den Börsengang der Division E-Mobility sowie jedes Jahr fünf oder mehr kleine bis mittlere Akquisitionen an.
Seit Anfang 2020 hat sich ABB auf eine Verbesserung der Umsatzqualität ausgerichtet, indem sich das Unternehmen auf wachstumsstarke Segmente konzentriert (z.B. Rechenzentren, Nahrungsmittel und Getränke, Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge), das Softwareportfolio ausbaut, den Umsatz durch Distributoren steigert und den Bereich der kurzzyklischen Produkte erweitert. Zudem hat ABB hat ihre Zielvorgabe für das Umsatzwachstum auf 4 bis 7 Prozent über den Konjunkturzyklus angehoben. Diese setzt sich zusammen aus einem organischen Wachstum von 3 bis 5 Prozent und einem akquisitionsbedingten Wachstum von 1 bis 2 Prozent. Ausserdem wurde die Zielvorgabe für die operative EBITA-Marge auf mindestens 15 Prozent ab 2023 angepasst. Zuvor hatte sich ABB ein Umsatzwachstum von 3 bis 5 Prozent über den Konjunkturzyklus und eine operative EBITA-Marge in der oberen Hälfte der Spanne von 13 bis 16 Prozent ab dem Jahr 2023 zum Ziel gesetzt.
Der gestiegene Optimismus von ABB im Hinblick auf das künftige Umsatzwachstum basiert nicht nur auf den führenden globalen Geschäftsbereichen und dem dezentralisierten Betriebsmodell, sondern auch auf wichtigen langfristigen Trends, von denen das Unternehmen profitieren wird. So ist die Energieeffizienz ein wichtiger Treiber der Dekarbonisierung der Wirtschaft, einschliesslich der Industrie, während der Rückgang der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter und steigende Arbeitskosten die Nachfrage nach Automatisierung in der Industrie und anderen Sektoren fördern.
Björn Rosengren, CEO ABBUnsere Technologieführerschaft in den Bereichen Elektrifizierung und Automatisierung, abgestimmt auf Nachhaltigkeit und globale Megatrends, steht im Zentrum unseres Unternehmenszwecks und verschafft uns einen Wettbewerbsvorsprung.
Rund 60 Prozent der Divisionen von ABB sind gemäss CEO Rosengren derzeit im Wachstumsmodus. Das heisst, dass sowohl organisches Wachstum als auch Übernahmen angestrebt werden, die sich auf wachstumsstarke Segmente fokussieren, technologische Lücken schliessen oder neue geografische Märkte eröffnen, wie das Unternehmen verlauten lässt. Konkret geht ABB davon aus, fünf oder mehr kleine bis mittlere Akquisitionen jährlich zu tätigen. Finanziert werden sollen diese mit der «anhaltend starken Cashflow-Generierung» des Konzerns, sagte CFO Timo Ihamuotila. Dieser bekräftigte auch die Prioritäten von ABB bei der Kapitalallokation: Finanzierung von organischem Wachstum, Zahlung einer steigenden nachhaltigen Dividende je Aktie, Durchführung von wertsteigernden Akquisitionen und Rückführung von zusätzlichen Barmitteln an die Aktionäre über Aktienrückkaufprogramme. Darüber hinaus arbeitet ABB weiter auf einen Börsengang der Division E-Mobility (Elektrifizierung) hin. Die rechtliche Trennung dürfte im ersten Quartal 2022 abgeschlossen werden, und bei weiterhin günstigen Marktbedingungen könnte im ersten Halbjahr 2022 eine Kotierung in der Schweiz angestrebt werden. ABB würde eine Mehrheitsbeteiligung an dem künftigen börsenkotierten Unternehmen behalten.