Die Aktienmärkte trotzen erstaunlicherweise der Hormus-Krise
Die Finanzmärkte senden derzeit widersprüchliche Signale: Während die Blockade der Strasse von Hormus, zerstörte Energieinfrastruktur im Nahen Osten und anhaltend hohe Ölpreise erhebliche Risiken für die Weltwirtschaft darstellen, erreichen wichtige Aktienindizes gleichzeitig neue Höchststände. Besonders in den USA zeigen sich die Märkte erstaunlich robust.
Ein wesentlicher Grund dafür liegt in den weiterhin starken Unternehmensgewinnen, insbesondere im Technologiesektor. Unternehmen mit Bezug zu künstlicher Intelligenz, Rechenzentren und Halbleitern profitieren nach wie vor von einer hohen Nachfrage. Gleichzeitig hoffen viele Marktteilnehmende darauf, dass sich die Lage im Nahen Osten mittelfristig stabilisieren und sich die Energiepreise wieder normalisieren werden. Dennoch bleibt die wirtschaftliche Ausgangslage anspruchsvoll.
Thomas Rühl, Chief Investment Officer, Schwyzer KantonalbankBesonders in den USA zeigen sich die Märkte erstaunlich robust.
Höhere Energiepreise belasten die Kaufkraft und erhöhen den Druck auf Unternehmen, insbesondere in energieabhängigen Regionen wie der Eurozone. Dort hat sich die Konjunktur bereits im ersten Quartal abgeschwächt. Gemäss aktuellen Frühindikatoren schrumpfte die Wirtschaft im April erneut, vor allem im Dienstleistungssektor. In den USA präsentiert sich das Bild differenzierter: Während der Konsum insgesamt weiterhin stützt, zeigen einzelne Bereiche wie der Wohnungsbau oder der Konsum langlebiger Güter Schwächesignale.
Aus Sicht der Finanzmärkte scheint derzeit bereits viel Positives eingepreist zu sein. Die Risiken im Zusammenhang mit dem Nahostkonflikt, den Energiepreisen und möglichen Belastungen für die Weltwirtschaft bleiben jedoch bestehen. Entsprechend wird aktuell eine eher defensive Positionierung bevorzugt. Während britische Aktien aufgrund ihres defensiven Charakters und des hohen Anteils an Energieunternehmen attraktiver erscheinen, bleiben Gold und Schweizer Immobilienfonds wichtige Bestandteile zur Stabilisierung eines Portfolios.
Grundsätzlich gilt deshalb weiterhin: Auch in einem von Unsicherheit geprägten Umfeld sollten Anleger investiert bleiben und an ihrer langfristigen Strategie festhalten.