Zinsen: Erste Senkungen kaum vor 2024
Die EZB-Präsidentin Christine Lagarde hat an der letzten Zinssitzung angedeutet, dass auch dieses Jahr mehrere grosse Leitzinserhöhungen bevorstehen könnten. Im März wird die EZB zudem ihre Bilanzverkleinerung anstossen. Dabei werden auslaufende Anleihen in Umfang von 15 Milliarden Euro pro Monat nicht mehr wiederangelegt. Der Liquiditätsentzug dürfte dazu beitragen, dass die Teuerung in der Eurozone stärker gebremst wird. Im Dezember hatte sich der Preisdruck etwas verlangsamt, blieb aber weiterhin weit weg vom eigentlichen Zielwert.
In Nordamerika verlangsamt sich die Teuerung seit dem Sommer. Diese Entwicklung hatte sich zuletzt sogar etwas intensiviert. Das Notenbank-Gremium stellt deshalb in Aussicht, dass die Zinsen in den kommenden Monaten nur noch leicht angehoben werden und dieses Jahr bis auf 5 bis 5,25 Prozent steigen dürften. Wie dem Protokoll der Dezembersitzung zu entnehmen ist, sind sich die Mitglieder des Fed einig, dass es frühestens im kommenden Jahr zu ersten Zinssenkungen kommen könnte. Der Markt zeigt sich etwas optimistischer und erwartet bereits für die zweite Jahreshälfte eine erste Senkung des Leitzinses.
Christoph Sax, Chief Investment Officer, VZ VermögenszentrumDie jüngste Entwicklung der SNB-Sichtguthaben deutet darauf hin, dass die SNB begonnen hat, dem Markt Liquidität zu entziehen, was den Franken tendenziell stärkt.
Hierzulande zeigte sich die Schweizerische Nationalbank (SNB) in ihrer Kommunikation ebenfalls etwas restriktiver als erwartet. So sind weitere Zinserhöhungen absehbar, da auch 2023 die Inflation überdurchschnittlich hoch bleiben dürfte. Die SNB hat in ihrem Ausblick die Inflationserwartungen etwas angehoben. Sie rechnet für Ende 2023 mit einem Leitzinsniveau von 1,5 bis 2 Prozent, was im Vergleich zu den USA oder zur Eurozone ein tiefer Wert ist.
Die SNB nutzt den starken Franken als zusätzliches Mittel, um die Inflation zu bremsen. Die jüngste Entwicklung der SNB-Sichtguthaben deutet darauf hin, dass die SNB begonnen hat, dem Markt Liquidität zu entziehen, was den Franken tendenziell stärkt. Die Überschussliquidität im Schweizer Bankensystem ist jedoch nach wie vor sehr gross.