UBS-Stellungnahme zu Kapitalregeln: «Unverhältnismässig und isolierend»
Die UBS zieht eine klare rote Linie: Die geplanten Kapitalanforderungen des Bundesrats seien überzogen, teuer und ein Risiko für den Finanzplatz Schweiz. Statt neuer Verschärfungen fordert die Bank eine konsequente Anwendung der bestehenden Regeln, wie sie heute in einer Stellungnahme verlauten lässt.
Die UBS unterstütze grundsätzlich das Ziel des Bundesrats, aus der Credit-Suisse-Krise Lehren zu ziehen. Der geplante vollständige Abzug ausländischer Tochtergesellschaften vom harten Kernkapital (CET1) schiesse jedoch weit über dieses Ziel hinaus. Die Massnahme sei unverhältnismässig, international nicht abgestimmt und werde deshalb von UBS klar abgelehnt.
UBSDie Massnahmen sind unverhältnismässig, international nicht abgestimmt und werden deshalb von UBS klar abgelehnt.
Die neuen Vorgaben würden die Kapitalanforderungen der UBS im internationalen Vergleich um mindestens 50 Prozent erhöhen. Das hätte massive Mehrkosten zur Folge, schwäche die Wettbewerbsfähigkeit der Bank und belaste den Finanzplatz sowie die Schweizer Wirtschaft insgesamt. Schon heute zähle die Schweiz zu den Ländern mit den strengsten Bankenregeln weltweit – inklusive einer frühen und besonders strengen Umsetzung von Basel III.
Die Credit-Suisse-Krise sei nicht das Resultat zu lascher Kapitalvorschriften, sondern einer gescheiterten Strategie, schwachem Risikomanagement und mangelhafter Führung. Hinzu kamen regulatorische Sonderbehandlungen, die notwendige Korrekturen über Jahre verzögerten. Genau hier hätte die Aufsicht konsequenter handeln müssen, schreibt die UBS.
UBSWeder die Basel-Standards noch die EU, das Vereinigte Königreich oder die USA kennen vergleichbare Vorgaben.
Der Bundesrat unterstelle nun ein Extremszenario, in dem die Mutterbank jederzeit den Totalverlust aller Auslandstöchter tragen können müsse. Damit werde faktisch eine Kapitalunterlegung von rund 130 Prozent verlangt – deutlich mehr als ursprünglich vorgesehen. Für UBS bedeute dies zusätzliches CET1-Kapital von rund 23 Milliarden US-Dollar, mit erheblichen Folgen für Kredite, Preise und Investitionen. Auslandstöchter seien ein zentraler Bestandteil des Geschäftsmodells globaler Banken. Ihre vollständige Abschirmung widerspreche der wirtschaftlichen Realität und käme einem regulatorischen Sondergesetz für ein einzelnes Institut gleich. Weder die Basel-Standards noch die EU, das Vereinigte Königreich oder die USA würden vergleichbare Vorgaben kennen. Was die UBS an dieser Stelle aber nicht sagt ist der Umstand, dass kein anderer Finanzplatz auf der Welt dermassen von einem einzigen Finanzinstitut dominiert wird und damit grosse finanzielle Risiken für die Schweizer Steuerzahler geschaffen werden.
Fazit der UBS
Der Vorschlag des Bundesrats wäre ein internationaler Alleingang mit hohem wirtschaftlichem Schaden. Statt immer neuer Kapitalverschärfungen brauche es eine konsequente Anwendung der bestehenden Regeln – genau das hätte Credit Suisse früher zu notwendigen Veränderungen gezwungen.