Das Milliarden-Netzwerk der Bundes-Subventionen erstmals offengelegt
Über die Hälfte der gesamten Bundesausgaben fliesst jährlich in Subventionen. Sie erreichten zuletzt rund 49 Milliarden Franken pro Jahr. Das entspricht 6 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung. Trotz Schuldenbremse und Spardruck sind die Bundessubventionen seit 2015 inflationsbereinigt um 22.8 Prozent gestiegen.
Doch wer diese Steuergelder konkret erhält, war bisher kaum öffentlich nachvollziehbar. Das ändert sich jetzt: Das Institut für Schweizer Wirtschaftspolitik (IWP) an der Universität Luzern veröffentlicht erstmals eine umfassende Liste von namentlich identifizierbaren Erstempfängern von Bundessubventionen. Grundlage ist eine neunmonatige Recherche von Dr. Martin Mosler, Prof. Dr. Christoph A. Schaltegger und Simon Schmitter – in direktem Austausch mit 38 Bundesstellen.
IWP-SubventionsreportTrotz Schuldenbremse und Spardruck sind die Bundessubventionen seit 2015 inflationsbereinigt um 22.8 Prozent gestiegen.
In dieser Sonderausgabe des Subventionsreports werden erstmals auch die Erstempfänger der Subventionen des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) ausgewiesen. Die EDA-Daten wurden nachträglich geliefert und beziehen sich auf das Jahr 2025. Insgesamt konnten 1'962 EDA-Erstempfänger identifiziert werden. Rund die Hälfte der 2.2 Milliarden Franken fliesst an zwischenstaatliche Organisationen. Daneben erhalten auch 430 Vereine, 316 Aktiengesellschaften und 222 Stiftungen Steuergelder – darunter zahlreiche NGOs. Die folgende Grafik zeigt für das EDA die Anzahl der Einzelzahlungen nach Empfängertyp ohne Privatpersonen.
Für alle übrigen 37 Bundesstellen weist der Report für das Jahr 2024 insgesamt 20'598 Erstempfänger aus und macht sichtbar, welche Institutionen und Organisationen wie viel Geld erhalten und – soweit bekannt – für welches Projekt. Rund 82 Prozent des identifizierten Volumens gingen an etwa 7'600 (semi-)staatliche Empfänger.
Der Rest verteilt sich auf mehr als 14'000 private Akteure wie NGOs, Verbände und Konzerne – darunter 6'437 Aktiengesellschaften, 5'005 Vereine sowie zahlreiche GmbHs und Stiftungen. Die folgende Grafik zeigt für diese Bundesstellen die Anzahl der Einzelzahlungen nach Empfängertyp ohne Privatpersonen im Jahr 2024.
Für alle, die es genau wissen wollen, hier die vollständige Liste der Erstempfänger sowie der detaillierte IWP-Subventionsreport zum Nachlesen.