Ein Depot mit aktiven Fonds lohnt sich fast nie

Die Werbung für aktive Aktienfonds klingt verlockend. Eine neue Studie zeigt aber, dass solche Fonds vor allem viel kosten und kaum Mehrrendite bringen.

Viele Anleger vertrauen nach wie vor auf aktive Aktienfonds. Meistens werden diese von der Hausbank empfohlen. Wie gut schneiden solche Fonds ab? In einer neuen Studie haben die Experten des VZ acht Thesen geprüft. Das Ergebnis ist ernüchternd.

Dürftige Rendite
Aktive Fonds versprechen eine Mehrrendite gegenüber passiven Fonds wie ETF – selbst nach Abzug der deutlich höheren Kosten. Die Analyse zeigt das Gegenteil: In den meisten Fällen schneiden aktive Fonds schlechter ab. Dazu kommt, dass die Wahrscheinlichkeit einer Minderrendite steigt, je mehr aktive Fonds man hält.

Aktive Fonds glänzen mit spannenden Investment-Storys, untermauert mit beeindruckenden Charts, die den Erfolg der Produkte belegen sollen. Die Angaben sind nicht falsch, manche Dinge aber verzerrt dargestellt.

Manuel Rütsche, Leiter Asset Management, VZ VermögensZentrum

Im Beispiel in der Tabelle unten sinkt die Wahrscheinlichkeit einer Mehrrendite auf 0,3 Prozent, wenn mehrere aktive Fonds im Depot liegen.

Depot mit aktiven Fonds enttäuscht fast immer
Bei einer gleichgewichteten Anlage in 6 Aktienfonds über 10 Jahre müssen mind. 4 Fonds eine Mehrrendite erzielen, damit das Depot insgesamt eine Mehrrendite bringt (Annahme: identische Minder-/Mehrrenditen). Im Vergleich zur Selektion von nur einem Fonds sinkt die Wahrscheinlichkeit einer Mehrrendite im Depot so auf 0,3%.

Kein Krisenschutz
Aktive Fonds geben vor, dass sie Kursverluste bei Marktkorrekturen reduzieren können. Der Faktencheck des VZ bestätigt die Fähigkeit zur Verlustminimierung nicht generell. Aktive Fonds erzielen durchschnittlich ähnliche Verluste wie ihre Vergleichsindizes. Zwar gibt es Fonds, die ihre Verluste reduzieren – es gibt aber auch solche mit grösseren Kursverlusten. Damit besteht das Risiko, deutlich höhere Verluste zu erleiden als mit passiven Anlagen.

Verzerrte Werbung
Aktive Fonds glänzen mit spannenden Investment-Storys, untermauert mit beeindruckenden Charts, die den Erfolg der Produkte belegen sollen. Die Angaben sind nicht falsch, manche Dinge aber verzerrt dargestellt. Die Werbung zeigt etwa nur die besten Fonds, verwendet unpassende Vergleichsindizes oder wählt Zeiträume, in denen die Performance besonders stark war. Darum sollte man die Werbung für aktive Produkte kritisch hinterfragen.

Drum prüfe, wer sich binde
Prüfen Sie sorgfältig, welche Anlagefonds Sie in Ihrem Depot haben. Es ist gut möglich, dass diese Fonds sehr teuer sind und schlechter abschneiden als der Markt. Setzen Sie Ihr Geld nicht aufs Spiel und holen Sie eine Zweitmeinung ein, wenn Sie unsicher sind.

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