Willkommen im sicheren Verlust: Cash und Bonds 2026

Für Anleger ist die Ära der sorgenfreien Anlagen in Termineinlagen und erstklassigen Anleihen vorbei. Volatile Staatsanleihen, sinkende Realrenditen auf Barreserven und zunehmende Unsicherheit verändern die Portfolios festverzinslicher Wertpapiere grundlegend. Die Herausforderung ist klar: Wie lassen sich Bargeldbestände produktiv investieren, ohne in klassische Zins- oder Kreditrisiken zu geraten?

Die letzten Jahre haben langjährige Annahmen von Anlegern in Bezug auf festverzinsliche Wertpapiere fundamental infrage gestellt. Geopolitische Spannungen, fiskalischer Druck, unerwartete Zinsschwankungen und politische Unsicherheit haben die Anleihemärkte in ein deutlich komplexeres Umfeld verwandelt. Selbst traditionelle Portfolios mit erstklassigen Staatsanleihen sind weiterhin dem Zinsrisiko ausgesetzt, das bei starken Zinserhöhungen zu erheblichen Verlusten führen kann. Gleichzeitig bleiben grosse Kapitalbeträge in Bargeld und Festgeldeinlagen in ganz Europa gelagert. Dies mag zwar beruhigend wirken, doch die Realrenditen stehen zunehmend unter Druck. Schon vor den jüngsten Ereignissen im Nahen Osten hat die Inflation – trotz Stabilisierung nahe den Zielvorgaben der Zentralbanken – die Kaufkraft weiter geschmälert. Dieses Risiko könnte sich in einem Umfeld erneuten Preisdrucks noch verschärfen.

Traditionelle Staatsanleihen bieten keine uneingeschränkte Stabilität mehr, während das Halten von Barreserven mit wachsenden Opportunitätskosten verbunden ist.

Henrik Stille, Portfolio Manager, Nordea Asset Management

Investoren stehen daher heute vor einem Dilemma: Traditionelle Staatsanleihen bieten keine uneingeschränkte Stabilität mehr, während das Halten von Barreserven mit wachsenden Opportunitätskosten verbunden ist. Was gebraucht wird, sind Alternativen, die Vorhersehbarkeit und Renditepotenzial verbinden – ohne die Qualität zu beeinträchtigen.

Qualität und aktives Management machen den Unterschied
Staatsanleihen bieten nur eine begrenzte Lösung – wie die Ereignisse von 2022 zeigten, als starke Zinserhöhungen zu erheblichen Verlusten in vielen traditionellen Anleiheportfolios führten. Unterdessen bringt der Wechsel in Bereiche mit höheren Renditen wie Hochzinsanleihen deutlich höhere Risiken für Kredite und Spreads mit sich. Hochwertige Segmente wie gedeckte Anleihen (Covered Bonds) sind daher besonders interessant. In diesem Markt gab es seit über 200 Jahren keinen einzigen Zahlungsausfall, und gedeckte Anleihen bieten oft bessere Renditen bei ähnlicher Kreditqualität. Allerdings ist die Investition in das richtige Segment nur ein Teil der Gleichung. Die Zinsmärkte sind strukturell weniger vorhersehbar als früher. Phasen steigender Zinsen können abrupt in seitliche oder absteigende Umgebungen übergehen. Eine statische Duration-Positionierung birgt daher ein erhebliches Risiko. Durch die Haltung einer marktneutralen Haltung mit kurzer Duration können Portfolios sich hingegen an wechselnde Regime anpassen und sich bietendes Alphapotenzial nutzen. Historisch gesehen hat dieser Ansatz dazu beigetragen, stabilere Renditen in verschiedenen Zinsumgebungen zu erzielen. Die Erfahrungen von 2022 waren besonders bemerkenswert: Während viele traditionelle Indizes von Staatsanleihen deutlich gefallen waren, konnten aktiv verwaltete, qualitätsorientierte Strategien Resilienz zeigen. Niedrige Korrelationen zu traditionellen Benchmarks für Staats- und Unternehmensanleihen verstärken die Diversifikationsvorteile dieses Ansatzes zusätzlich und dienen als stabilisierendes Element neben Aktien, längerfristigen Anleihen oder kreditintensiven Allokationen.

Von der Liquiditätsreserve zum strategischen Baustein
In einem Markt, in dem traditionelle Vorstellungen von «sicher» neu definiert werden, erfordert das Cash-Management einen aktiveren Ansatz. Bargeld kann nicht mehr als passiver Parkplatz ohne Konsequenzen betrachtet werden. Statt Cash unverzinst zu halten, kann es sinnvoll sein, Barbestände gezielt in kurzlaufende, qualitativ hochwertige Anleihen zu überführen und damit produktiv zu machen. Eine weitgehend durationsneutrale Positionierung innerhalb der sichersten Segmente des Obligationenmarkts kann es ermöglichen, Zinsänderungsrisiken zu begrenzen. Sowohl Covered Bonds als auch qualitativ hochwertige Staatsanleihen zeichnen sich durch hohe Liquidität und Stabilität aus und eignen sich dazu, Kapital nicht nur zu erhalten, sondern gleichzeitig kontinuierliche Erträge zu erwirtschaften. Damit entsteht eine innovative und zuverlässige Alternative zu klassischen Cash-Positionen, die auch in unterschiedlichen Zinsumfeldern bestehen kann.

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