Historische Höchststände
Die Aktienkurse markierten zuletzt neue Allzeithochs – ebenso wie Gold. Eine Quartalsbilanz und ein Blick nach vorn.
An den Aktienmärkten begann das neue Jahr so, wie das alte endete: Es ging bergauf. Was als technologiegetriebene Rally begann, weitete sich im Verlauf des Quartals auf andere Bereiche des Aktienmarkts aus. Zwar mussten die Investoren ihre ursprüngliche Hoffnung auf sechs Zinssenkungen der US-Notenbank im Jahr 2024 zurückschrauben, doch sorgte die resiliente US-Wirtschaft für steigende Gewinnerwartungen und neue Höchststände an fast allen bedeutenden Börsen – mit Ausnahme des Vereinigten Königsreichs, der Schweiz und Hong Kong. Selbst in Japan wurde dank anhaltender Yen-Schwäche der 34 Jahre alte Höchststand des Nikkei 225 Index übertroffen.
Bert Flossbach, Co-Gründer des Vermögensverwalters Flossbach von StorchAktien bleiben unseres Erachtens für langfristig orientierte Investoren die attraktivste Anlageklasse, die zudem einen Schutz gegen eine unerwartet hohe Inflation bietet.
Der globale Aktienindex MSCI World legte im ersten Quartal (in Euro gerechnet) um 11,4 Prozent zu. US-Aktien gewannen, gemessen am S&P 500 Index, 10,4 Prozent hinzu (in Euro gerechnet rund 13 Prozent). Der Börsenwert des Chipherstellers Nvidia wuchs im ersten Quartal um mehr als eine Billion US-Dollar und war damit für fast ein Viertel des gesamten Indexgewinns verantwortlich. Damit setzte sich auch die Outperformance der Indexschwergewichte fort. Mit Ausnahme von Apple entwickelten sich die zehn grössten Indextitel besser als der (gleichgewichtete) Index-Durchschnitt, der es auf eine Wertentwicklung von 7,6 Prozent brachte. Allerdings liess der Trend zur Grösse gegen Ende des Quartals etwas nach, was auf eine zunehmende Breite des Kursaufschwungs hindeutet.
Gegenwind bei Anleihen
Nachdem es vergangenes Jahr bei Anleihen dank sinkender Renditen und entsprechender Kursgewinne noch ein Happy End gab, blies der Wind am Anleihemarkt im ersten Quartal von vorne. Wirklich überraschend ist das nicht, denn mit rund zwei Prozent lag die Rendite einer zehnjährigen Bundesanleihe zu Jahresbeginn nicht höher als das Inflationsziel der Notenbanken. Das Verhältnis von Ertrag zu Risiko war also nicht mehr attraktiv, was sich im ersten Quartal 2024 bestätigte. So führte bereits ein mit 0,3 Prozentpunkten noch als moderat zu bezeichnender Anstieg der Renditen von Bundesanleihen zu Kursverlusten. Der REX Performance Index, der den Gesamtertrag (Kurs und Zins) von Bundesanleihen widerspiegelt, verlor im ersten Quartal 1,1 Prozent. Etwas besser sah es bei Unternehmensanleihen aus, die gemessen am Bloomberg Euro-Aggregate Corporates Index ein hauchdünnes Plus von 0,5 Prozent erzielten.
Irritierender Preisanstieg von Gold
Die wohl bemerkenswerteste Entwicklung im ersten Quartal bot der Goldpreis. Nach einem furiosen Schlussspurt erreichte der Preis für die Feinunze am letzten Handelstag im ersten Quartal 2024 mit 2’229 US-Dollar einen neuen historischen Höchststand – und das trotz kontinuierlicher Abflüsse aus Gold-ETFs. Seit Jahresbeginn beträgt das Plus acht Prozent, in Euro gerechnet sogar 10,5 Prozent. Bemerkenswert ist diese Entwicklung auch deshalb, weil sie sich im Verborgenen und scheinbar ohne jeden Grund vollzog.
Aktien bleiben unseres Erachtens für langfristig orientierte Investoren die attraktivste Anlageklasse, die zudem einen Schutz gegen eine unerwartet hohe Inflation bietet. Allerdings ist nicht zu erwarten, dass der Renditevorsprung gegenüber Anleihen in den nächsten zehn Jahren ähnlich hoch wie in der vergangenen Dekade ausfallen wird.