Der Immobilienmarkt in Dubai brummt

Im Emirat sind Wohnungen hoch gefragt. 2025 verteuerten sich Luxusobjekte um 43 Prozent. Dafür sorgen «Vermögensmigranten».

Die Attraktivität eines Wohnorts schlägt sich negativ in hohen Immobilienpreisen nieder. Dubai zeigt das in aller Deutlichkeit. In seinem jüngsten Marktbericht über das Emirat beziffert das internationale Maklernetzwerk Engel & Völkers (E&V) den Preisanstieg im vergangenen Jahr auf 12 Prozent. Das Luxussegment, das E&V ab Verkaufspreisen von mehr als 2,4 Millionen Euro definiert, erlebte sogar einen Sprung von 43 Prozent. «Getragen wird diese Entwicklung von einer robusten wirtschaftlichen Grundlage, Dubais globaler Vernetzung sowie anhaltenden Zuflüssen von internationalem Kapital», heisst es in der Mitteilung weiter. Die Jahreszahlen bestätigen einen längerfristigen Trend: Die Preise sind seit 2021 in Dubai stetig gestiegen. Hochwertige neue Objekte dürften inzwischen realistischerweise kaum mehr unter umgerechnet vier Millionen Euro zu haben sein.

Dubai der Renner unter Reichen
Ein wichtiger Grund für die Preisschraube ist der Zuzug vermögender Ausländer. Die Ansiedlungsagentur Henley & Partners schätzte Mitte vergangenen Jahres, dass die Vereinigten Arabischen Emirate mit dem Zentrum Dubai im Gesamtjahr netto knapp 10'000 High Net Worth Individuals (HNWI) anlocken würden. Sie sind damit ein weiteres Mal die Nummer eins in der Millionärskategorie. Zum Vergleich: Die Schweiz dürfte es auf 3'000 neue Reiche gebracht haben.

Unter den Käufern in Dubai, zusätzlich gelockt durch ein Golden-Visa-Programm, finden sich vor allem Personen aus Grossbritannien und Deutschland, gefolgt von den anderen Emiraten, Indien und Frankreich.

Jürgen Dunsch, Wirtschaftsjournalist F.A.Z. et al.

Unter den Käufern in Dubai, zusätzlich gelockt durch ein Golden-Visa-Programm, finden sich vor allem Personen aus Grossbritannien und Deutschland, gefolgt von den anderen Emiraten, Indien und Frankreich. Für Grossbritannien überrascht das nicht, verzeichnet es doch seit einiger Zeit den grössten Aderlass an Millionären. 2025 dürfte er mehr als 16’000 betragen haben. Nach den Worten von Daniel Hadi, CEO von Engel & Völkers Middle East, ist und bleibt die «Vermögensmigration», andere nennen es Reichenflucht, «ein starker struktureller Treiber». Die HNWI geniessen im Emirat ein mildes Steuerklima sowie hohe Sicherheit und eine ausgebaute Infrastruktur in Verkehr, Kultur, Bildung und Gesundheit. Vielfältige Freizeitangebote runden das Gesamtpaket ab. Wunschziele der Wohlhabenden in aller Welt wie Dubai entwickeln sich vor dem Hintergrund einer wachsenden Vermögensbasis. Laut dem Global Wealth Report 2025 der UBS beschleunigte sich das Wachstum von 4,2 Prozent 2023 auf 4,6 Prozent im Jahr danach. Die Grossbank betont daneben eine bisher wenig bekannte Tendenz. Seit der Jahrtausendwende hat sich die Zahl der Everyday Millionaires (EMILLI) weltweit mehr als vervierfacht auf 52 Millionen. Sie verfügen über ein freies Finanzvermögen zwischen einer Million und fünf Millionen Dollar. Mit anderen Worten: Das Fussvolk unter den Reichen steht bereit und sucht seine Chancen – in der weiteren Vermögensallokation und im Lebensstil.

Die Bautätigkeit nimmt weiter zu
2025 entstanden in Dubai mit seinen vier Millionen Einwohnern rund 40'000 neue Wohneinheiten – dies bei einer Nettozuwanderung von insgesamt gut 176’000 Menschen. Wenn Engel & Völkers nunmehr «einen weiteren Übergang des Marktes von einer schnellen Beschleunigung in eine Phase der Konsolidierung, breiteren Marktteilnahme und selektiveren Wachstums» erwartet, dann hat dies wohl auch mit einer wachsenden Bautätigkeit zu tun. Im laufenden Jahr sollen rund 100’000 neue Objekte auf den Markt kommen, 2027 dann sogar mehr als 130’000. Sie wenden sich allerdings an höchst unterschiedliche Nutzer. Spannend wird werden, wie sich die Nachfrage der wohlhabenden Europäer und Asiaten entwickelt. Nach einem deutlichen Abflachen sieht es nach Lage der Dinge vorerst nicht aus.