Blattgold: Deliziöse Speisen in grazilem Gewand

Sushi in Blattgold eingerollt, mit Gold umhüllte Mozzarellakugeln, goldenes Rinderfilet oder einfach Blattgold als Hingucker auf Pralinen: Der Kreativität in der Küche sind mit dem hauchdünnen Edelmetall keine Grenzen gesetzt.

Echtes Gold eignet sich ab 22 Karat zum menschlichen Verzehr. In diesen kleinen Mengen ist der Goldpreis noch erschwinglich. Blattgold entsteht aus Goldbarren, die mit Walzen bearbeitet werden, bis sie nur noch wenige Millimeter dick sind. Danach werden grosse Stücke ausgestanzt und mit einem Federhammer über einen Zeitraum von mehreren Stunden bearbeitet. Essbares Blattgold verleiht Speis und Trank einen wunderschönen Goldglanz – einen eigenen Geschmack hat es jedoch nicht. Falls sich doch einmal ein Fremdgeschmack bemerkbar machen sollte, dürfte dieser auf Verunreinigungen durch Aluminium oder Chemikalien bei der Herstellung im Produktionsprozess zurückzuführen sein.

Herzen, Streifen oder Flocken
Essbares Blattgold ist in vielen verschiedenen Varianten erhältlich: hauchdünne Blätter, Herzen, Quadrate, Streifen, Flocken in vielen Grössen aber auch in Pulverform. Gold veredelt jedes Gericht und beflügelt offenbar die Fantasie von Küchenchefs. Nüchtern betrachtet besteht die glanzvolle Verzierung in der kreativen Küche aus dem im Lebensmittelgesetz definierten Farbstoff E175. Es ist einer der teuersten – und wohl auch überflüssigsten – Lebensmittelzusatzstoffe überhaupt, wie eine Episode aus dem Leben von Franck Ribéry zeigt. Der ehemalige französische Fussballprofi zog den Unmut der Social Media Community auf sich, als er in Dubai ein mit Blattgold überzogenes Steak für 1’200 Euro verköstigte und seine Facebook-Fangemeinde daran teilhaben liess. Die edle Speise war eine (verunglückte) Marketing-Aktion des türkischen Starkochs Nusret Gökce und endete in einem veritablen Shitstorm.

Gold als Medizin im Mittelalter
Schon im Mittelalter streuten Adlige Flocken des edlen Metalls über Speisen und Getränke um ihren Wohlstand zu zeigen. Anders die Benediktinerin und Mystikerin Hildegard von Bingen: Sie schwor auf die Goldkur in Form von «reinem Flussgold». In einem ihrer neun Hauptwerke über die Naturkunde, der «Liber simplicis medicinae» oder «Physica» dozierte sie im Kapitel «über die Metalle» ausführlich über die Goldeinnahme.

Ein Mensch, der nun unter Gicht leidet, nehme Gold, koche dieses, trenne den Schmutz davon, ohne dass etwas vom Gold verschwinde, nehme dies Pulver, indem er es mahle. Dies esse der Mensch frühmorgens nüchtern.

Hildegard von Bingen (1098 – 1179)

Wer es sich leisten konnte, setzte auf die Einnahme von Gold, um typische Alterskrankheiten zu heilen. Ab dem 19. Jahrhundert nutzte man Gold in der Schulmedizin für die Rheumabehandlung und in der alternativen Medizin für die Unterstützung des Körpers bei der Stressbewältigung. Man sprach dem Metall magische, gesundheitsfördernde Wirkungen zu und es wurde anno dazumal mit Unsterblichkeit in Verbindung gebracht. Heute zergeht Blattgold auf der Zunge, ist ein Genuss fürs Auge und verleiht vielen Gerichten ein glanzvolles Finish – mehr aber auch nicht.

Das teuerste Dessert der Welt
Eine Gaumenfreude für den gehobenen Geldbeutel findet man in New York: Laut dem «Guiness Buch der Rekorde» kostet das exklusive Dessert 25`000 US-Dollar. Es handelt sich dabei um «The Frrrozen Haute Chocolate», eine Nachspeise zusammengesetzt aus seltenem Kakao, Trüffeln und essbarem Gold in gefrorener Form. Fünf Gramm 24-karätiges Gold kann sich der geneigte Connaisseur auf der Zunge zergehen lassen und die Kreation in einer goldenen Schale verzehren, verziert mit einkarätigen Diamanten. Als Andenken darf der Gast den goldenen Löffel und die hochkarätige Schale selbstverständlich nach Hause nehmen.

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